Netzausbau in SH : Ostküstenleitung: Die Lübecker Bucht wird ausgespart

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Wo soll die Stromtrasse verlaufen? Über drei Monate lang konnten Bürger Vorschläge machen. Die Ergebnisse wurden jetzt vorgestellt.

shz.de von
13. Juli 2015, 12:02 Uhr

Eutin | Mehr als drei Monate konnten Bürger Vorschläge zum Trassenverlauf der geplanten Ostküstenleitung zwischen Lübeck und Göhl einbringen. Das Ergebnis dieses Dialogverfahrens hat Schleswig-Holsteins Energieminister Robert Habeck (Grüne) gemeinsam mit dem Netzbetreiber Tennet gestern Abend in Eutin vorgestellt. „Mit einer beeindruckenden Zahl von schriftlichen und mündlichen Konsultationshinweisen haben sich Bürger, Vereine und Verbände an dem Dialogverfahren zu der geplanten Ostküstenleitung beteiligt“, sagte Habeck.

Die aus dem Bürgerdialogverfahren entwickelte Vorzugsvariante spart im Kern den Bereich an der Lübecker Bucht aus. Diese Entlastung der (Urlaubs-)Region bedeutet jedoch gleichzeitig, dass andere Bereiche sich nun detailliert mit einer Stromtrasse – über- oder unterirdisch – auseinander setzen müssen. Nach der Verschwenkung der Vorzugsvariante ins Innere von Ostholstein verläuft die Trasse nun von Lübeck aus westlich von Pansdorf weiter nach Barkau. Im Bogen geht es dann nördlich von Süsel in Richtung Neustadt, von dort aus weiter in Richtung Norden – nach Göhl.

Noch sind die exakten Verläufe nicht abgesteckt. In einigen Bereich könnte die 380-kV-Trasse noch leicht von der Vorzugsvariante abweichen oder noch leicht verschwenkt werden. Insbesondere im Bereich von Altenkrempe sei noch nicht klar, ob es hier einen nördlichen oder südlichen Ortsumgehung geben wird, sagte Peter Hilffert von der Tennet-Bürgerkommunikation.

Über die 380-Kilovolt-Leitung soll Ökostrom – primär Windenergie – aus der Region transportiert werden. Seit dem Votum im Bundesrat steigen die Chancen, dass die künftige Hochspannungsleitung von Lübeck nach Göhl zumindest teilweise als Erdkabel verläuft. Habeck hält diese Lösung weiter für sinnvoll und hat sich dafür ausgesprochen, die Ostküstenleitung in die Liste der Pilotprojekte für Erdkabel auf Teilstrecken mit aufzunehmen.

Eine Teil-Erdverkabelung soll ersten Schätzungen zufolge 477,5, eine reine Freileitung 312,5 Millionen Euro kosten. Die (teilweise) Erdverkabelung hat nicht nur Vorteile. So seien erste Spezialkabel erst seit 2013 auf dem Markt und noch nicht vollends ausgereift, sagte Carsten Schmidt, Gesamtprojektleiter Ostküstenleitung bei Tennet.

Mit dem ersten Bauabschnitt der Ostküstenleitung soll 2018 begonnen werden, in der Region nördlich von Lübeck ab Mitte 2019. Was Sie sonst noch über die Ostküstenleitung wissen müssen, lesen Sie hier.

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