Stockelsdorf / Ahrensbök : Ostholsteins Industrie und Spezialisten im Blick

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Lars Schöning, Hajo Schulenburg, Werner Koopmann und Lennart Schulenburg in der Produktion von „VisiConsult“.
Lars Schöning, Hajo Schulenburg, Werner Koopmann und Lennart Schulenburg in der Produktionshalle von „VisiConsult“.

IHK-Führungsriege besucht weltweit agierende Betriebe in Ostholstein: Globus Gummiwerke, Hüttmann und Visi-Consult X-ray.

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09. Juli 2019, 17:42 Uhr

Stockelsdorf | Der Kreis Ostholstein ist nicht nur als Urlaubsregion an der Ostsee bekannt. Sondern er weist auch eine gut aufgestellte Industrie auf, deren Betriebe zum Teil weltweit bekannt sind. Das berichtet die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck, die ihre Sommertour durch Ostholstein unternahm.

Lars Schöning, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck, Thilo Gollan, Vorsitzender des IHK-Wirtschaftsbeirats Ostholstein, und Werner Koopmann, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs International, suchten den Dialog mit den Geschäftsführungen der „Globus Gummiwerke“ und der „Hüttmann Maschinen- und Metalltechnik“ in Ahrensbök sowie der „VisiConsult X-ray Systems & Solutions“ in Stockelsdorf.

Robuster Mittelstand

„Diese drei Unternehmen stehen stellvertretend für den robusten Mittelstand im Hanse-Belt: Sie können etwas, das andere nicht können, und sind daher Marktführer in ihren Bereichen“, sagte Schöning anerkennend.

Visi-Consult X-ray habe es in nur wenigen Jahren nach der Gründung 1996 geschafft, weltweit bedeutende Kunden aus der Industrie zu gewinnen. Das Familienunternehmen mit fast 100 Mitarbeitern ist auf die Herstellung von Röntgengeräten für die Materialprüfung, den Sicherheitsbereich und das kontaktlose Zählen von Kleinstkomponenten spezialisiert. „Wir liefern kaum Standardprodukte aus, sondern Produkte nach den spezifischen Anforderungen unserer Kunden“, sagt Gründer und Geschäftsführer Hajo Schulenburg. „Als weltweit einziger Sondermaschinenbauer im Röntgenbereich tragen wir zur Bedeutung des Qualitätslabels Made in Germany bei“, ergänzt er stolz.

Auch die Produkte von Globus sind begehrt. Das zur Münchener Callista Private Equity GmbH gehörende Unternehmen stellt Flachdichtungen, Schlauchstücke und Profile aus Gummi für die Automobil-, Verpackungs-, Elektro- und Agrarindustrie sowie den Maschinenbau und den Sanitärbereich her. „Jedes Jahr verarbeiten wir mehr als 3000 Tonnen Rohmasse zu Gummidichtungen“, sagt der Geschäftsführer Kai-Uwe Rüde. Mit dem Standort Ahrensbök sei das Unternehmen zufrieden. Aktuell beschäftige Globus 240 Mitarbeiter. Auf Nachfrage von Rüde nach IHK-Netzwerken empfahl Schöning die Einbindung in Netzwerke für Energieeffizienz und Umwelt sowie die Mitarbeit im Hanse-Belt-Verein.

„Wir denken anders“: Berater Klaus Remy (von links), Bodo Hüttmann, Werner Koopmann, Thilo Gollan, Christian Hüttmann und Lars Schöning bei der Besichtigung der Maschinen in einer der Hallen bei Hüttmann in Ahrensbök-Tankenrade.
IHK/Özren
„Wir denken anders“: Berater Klaus Remy (von links), Bodo Hüttmann, Werner Koopmann, Thilo Gollan, Christian Hüttmann und Lars Schöning bei der Besichtigung der Maschinen in einer der Hallen bei Hüttmann in Ahrensbök-Tankenrade.
 

Das Familienunternehmen Hüttmann ist der IHK zufolge ebenfalls ein Spezialist. „Standard-Produkte haben wir kaum, wir denken anders als andere Hersteller und finden Lösungen für die Anforderungen unserer Auftraggeber“, sagt Christian Hüttmann, der den Betrieb in dritter Generation führt. Sein Großvater hatte ihn 1937 als Schmiede gegründet, im Laufe der Jahrzehnte entwickelte die Familie ihn zum Stahl- und Metallbauunternehmen für Sonderaufgaben.

Suche nach Fachkräften

Pro Jahr verarbeiten die 18 Beschäftigten 700 Tonnen Stahl. Hüttmann ist stolz auf seinen Maschinenpark, den in Ahrensbök-Tankenrade kaum jemand vermute. Dazu zählen unter anderem Winkelstahlstanzen sowie zwei Abkantpressen mit bis zu vier Metern Arbeitsbreite und 500 Tonnen Druckkraft zum Umformen schwerer Bleche. „Wir sind voll ausgelastet“, sagte Hüttmann. Trotzdem will das Unternehmen neue Märkte erschließen.

Lars Schöning empfahl ihm, sich um Aufträge rund um den Bau des Fehmarnbelt-Tunnels zu bemühen, und bot an, Kontakte herzustellen. Eines haben die Unternehmer gemein: Sie suchen händeringend Fachkräfte.

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