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Ostholsteiner Anzeiger

19. Oktober 2017 | 17:28 Uhr

Ostholstein wird zur Modellregion

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ostküstenleitung: Minister Robert Habeck lässt Erd- und Seekabel-Varianten prüfen

shz.de von
erstellt am 05.Mär.2015 | 10:59 Uhr

Schleswig-Holsteins Energieminister Robert Habeck (Grüne) will Ostholstein zu einer Modellregion machen, durch frühzeitige Bürgerbeteiligung verträgliche Lösungen für den Bau der 380-kV-Ostküstenleitung erreichen. Zum Start des Dialogverfahrens für den Ausbau der Leitung von Lübeck bis nach Gröhl in Scharbeutz warb Habeck dafür, dass die Bürger der Region durch das Verfahren in die Planungen für die 380-Kilovolt-Leitung einbezogen werden.

Neben der Freileitung mit den „ungeliebten Strommasten“, so Habeck, müsse auch eine Verkabelung geprüft werden. Das schließe die Varianten Erdkabel und Seekabel mit ein. Und gerade letzteres wurde aus dem Plenum mehrfach gefordert. Achim Zerres, Vertreter der Bundesnetzagentur, zeigte sich offen für die Leitung im Boden: „Wir würden einem Erdkabel positiv gegenüberstehen“, sagte
Zerres. Die Entscheidung ob Frei-, See- oder Erdkabel liege jedoch beim Bundesgesetzgeber.

Robert Habeck dämpfte indes die Erwartungen an eine Verkabelung. Noch seien diese Technologien nicht vollständig erprobt und sehr kostenintensiv. Er sprach sich für eine Kombination der verschiedenen Technologien aus. Und die könne in Ostholstein erprobt werden.

„Ich erwarte besondere Herausforderungen“, sagte Habeck vor den rund 250 Anwesenden in der Scharbeutzer Christian-Klees-Halle. „Es gibt wenige Regionen in Deutschland, die so viele kampferprobte Bürgerinitiativen haben wie Ostholstein“, sagte der Energiewende-Minister. Und auch Christian Schneller vom Netzbetreiber Tennet gab sich vorbereitet: „Ostholstein ist eine Region, die besondere Sensibilitäten aufweist“, sagte Schneller.

Ostholsteins Landrat Reinhard Sager unterstrich die Notwendigkeit des Netzausbaus: „Anders kann die Energiewende nicht gelingen.“ Zurzeit seien die Stromtrassen im Kreis für 400 Megawatt ausgelegt – in Zukunft sollen es 1200 sein, sagte Sager.

Mit dem ersten Bauabschnitt soll 2018 begonnen werden, in der Region nördlich von Lübeck ab Mitte 2019. Noch ist die Trassenführung nicht beschlossen, dazu läuft das Dialogverfahren. Über die Ostküstenleitung soll zukünftig Ökostrom aus der Region transportiert werden. Seite 4

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