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Ostholsteiner Anzeiger

14. Dezember 2017 | 09:53 Uhr

Ostholstein will starkes Stromnetz

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kreis fordert Ausbau der Hochspannungsleitung an der Ostküste / Minister Habeck ruft Bürger zur Stellungnahme für Energiewende auf

shz.de von
erstellt am 08.Okt.2013 | 00:31 Uhr

Mit einem Schreiben an die Bundesnetzagentur wird sich der Kreis Ostholstein am aktuellen Konsultationsverfahren zum Netz-entwicklungsplan 2013 beteiligen. „Wie bereits im März 2013 wird der Kreis auch im Rahmen der aktuellen Konsultation wieder klar Stellung beziehen und einen leistungsfähigen Ausbau der Ostküstenleitung von Lübeck nach Göhl fordern“,
erklärte Landrat Reinhard Sager auf eine Anfrage der SPD-Fraktion.

Es müsse sichergestellt werden, dass der in Ostholstein produzierte Windstrom auch in das Stromnetz eingespeist und abgeleitet werden könne. Dabei werde die Verwaltung auch auf die im Dezember 2012 im Kreistag mit Unterstützung aller Fraktion verabschiedete Resolution hinweisen.

Zwar richte sich die aktuelle Konsultation insbesondere an die Netzbetreiber, die ihre „Schularbeiten“ erledigen und Begründungen für den Bedarf der Stromleitungen liefern müssten, aber ein erneutes Signal des Kreises könne zur Bekräftigung der Forderungen beitragen und sei daher bereits in der Vorbereitung, erklärte Sager. Dabei werde der enge und kontinuierliche Austausch mit der Selbstverwaltung fortgesetzt. Nachdem zuletzt im August der Planungsausschuss über die Beteiligung an der ersten Konsultationsrunde und das weitere Verfahren informiert worden war, steht das Thema Stromnetzausbau auch für die nächste Fachausschuss-Sitzung Ende Oktober wieder auf der Tagesordnung.

Bei den Bemühungen, leistungsfähige Übertragungsnetze für Ostholstein sicherzustellen, seien weitere Anstrengungen aller Beteiligten erforderlich, machte Sager deutlich: „Der jetzt vorge-legte Netzentwicklungsplan enthält die von Über-
tragungsnetzbetreibern als energiewirtschaftlich notwendig erachteten Maßnahmen bis zum Jahr 2023. Die Ostküstenleitung zählt leider nicht dazu.“ Zwar sei als neue Maßnahme die Ertüchtigung der außerhalb des
ostholsteinischen Kreisgebietes laufenden 220 kV-Leitung Siems-Lübeck-Bad Segeberg-Hamburg enthalten, nicht jedoch die Leitung zwischen Göhl und Lübeck. Diese finde sich in der Kategorie „derzeit keine Bestätigung“ – eine Festlegung, die nicht nur aus Sicht Ostholsteins weder bedarfsgerecht noch überzeugend sei. Vielmehr müsse auch nach Einschätzung des Energiewendeministeriums, mit dem die Kreisverwaltung in regelmäßigem Austausch stehe, die Ertüchtigung der Ostküstenleitung nach wie vor das Ziel sein.

Umweltminister Robert Habeck hatte zuvor bereits die Netzbetreiber aufgefordert, „für den Netzausbau an der Ostküste endlich ein schlüssiges Konzept vorzulegen“. Dazu seien sie aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen seit Langem aufgerufen. Habeck rief die Bürger auf,
im Konsultationsverfahren Flagge zu zeigen: „Nutzen Sie die Chance, sich bei der Gestaltung der Energiewende einzubringen. Jetzt ist die Chance, die Frage des Bedarfs zu diskutieren, später im Verfahren wird es dann um Trassenverläufe und Maststandorte gehen.“

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