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Ostholsteiner Anzeiger

21. August 2017 | 16:28 Uhr

Ostholstein sagt laut Nein zum Fracking

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kreistag fordert geschlossen Ablehnung einer Genehmigung für Risikoverfahren

Der Kreis Ostholstein lehnt die Erkundung von Fördergebieten für Erdgas ab, die mit Hilfe der sogenannten Fracking-Verfahren ausgebeutet werden sollen. Die Landesregierung soll das Signal für solche Anträge bei der Genehmigungsbehörde auf Rot stellen. Diese Resolution erhielt gestern im Kreistag die einhellige Zustimmung aller Abgeordneten.

Wie berichtet, gehört ein Großteil der Holsteinischen Schweiz zum „Erlaubnisfeld Leezen“, in dem ein Unternehmen aus Norwegen nach Erdgas suchen will. Diesen Anspruch hat es beim Landesamt für Bergbau angemeldet; nach dem Bekanntwerden des Vorhabens hatte das Amt die Frist für die betroffenen Kommunen und Kreisen zur Stellungnahme schnell bis Ende Oktober verlängert.

Der Kreistag begründet sein Nein mit dem derzeit erkennbaren Gefährdungspotenzial des Frackings, bei dem Wasser und Chemikalien mit hohem Druck ins Fördergestein gepresst werden. „Das tatsächliche Eintreten möglicher Risiken wäre für den Kreis Ostholstein aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen schädlich“, heißt es. Zudem werden Land und Bund aufgerufen, im Bergrecht eine stärkere Beteiligung der Bürger und die Verpflichtung zu Umweltverträglichkeitsprüfungen einzuführen.

Diese Forderung bekräftigten Jens Johannsen (Grüne) und Heinz-Dieter Steigert (SPD) mit Hinweisen auf die Antiquiertheit des seit 1937 gültigen Bergrechts. „Wir benötigen keine weitere Baustelle zur Steigerung der Besorgnisse unserer Bürger, dafür ist mit der Fehmanbelt-Querung und der 380 kV-Trasse schon genug vorhanden“, so Steigert. Johannsen wertete die Resolution als Unterstützung für die Landesregierung, um ein Verbot gesetzlich zu verankern.

Fracking-Verbot und Novellierung des Bergrechts seien auf Bundesebene gar nicht gewollt, warnte Sylvia Zanella-Foritto de Belmar (Linke). Die SPD-Minister Gabriel (Wirtschaft) und Hendricks (Umwelt) würden Fracking bei Tiefen von über 3000 Metern in Sandsteinschichten zulassen. Fragwürdig sei zudem, wie weit Landesumweltminister Habeck Investoren entgegengekommen sei. Carsten Wulf (FWG) forderte die Parteien auf, ihren Einfluss in Kiel und Berlin geltend zu machen.

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erstellt am 29.Sep.2014 | 11:24 Uhr

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