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Ostholsteiner Anzeiger

15. Dezember 2017 | 13:42 Uhr

Ostholstein ist Rohrbruch-Hochburg

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schadenindex des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft / Kreis Plön liegt knapp unter dem Bundesdurchschnitt

shz.de von
erstellt am 03.Jul.2017 | 13:50 Uhr

In keiner anderen Region in Schleswig-Holstein platzen so häufig Rohre, lecken Armaturen oder laufen Heizboiler aus wie in Ostholstein. Mit 123 liegt der Index für Leitungswasserschäden dort deutlich über dem Bundesdurchschnitt (100), wie aus Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht.

Nordfriesland (107) und Dithmarschen (102) sind die einzigen weiteren Kreise in Schleswig-Holstein, die ebenfalls über dem Bundesdurchschnitt liegen. Am wenigsten betroffen ist der Landkreis Stormarn: Hier liegt der Schadenindex mit 70 deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Der Kreis Plön rangiert mit 98 knapp unter dem Bundesdurchschnitt.

Für den Schadenindex hat der GDV die Leitungswasserschäden pro Landkreis ermittelt (siehe Infokasten für Schleswig-Holstein). Grundlage ist der Schadensatz: das Verhältnis des Schadenaufwandes zur Versicherungssumme. Der Schadenindex schwankt selbst in Städten und zwischen benachbarten Kreisen zum Teil deutlich.

Deutschlandweiter Spitzenreiter ist Köln: In der Innen- und Südstadt ist der Index für Leitungswasserschäden mit 263 mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt.

Die Auswertung zeigt ein geteiltes Deutschland: Während westdeutsche Städte überdurchschnittlich oft Wasserschäden verzeichnen, treten sie in Ostdeutschland flächendeckend wesentlich seltener auf: In keinem einzigen Landkreis in den neuen Ländern liegt der Schadenindex über 80. Am besten schneidet der brandenburgische Landkreis Elbe-Elster ab, der mit 36 den niedrigsten Wert deutschlandweit aufweist.

Eine Ursache für das starke Gefälle ist das unterschiedliche Alter der Leitungssysteme in Ost und West. „In Ostdeutschland sind nach der Wiedervereinigung viele Gebäude saniert worden. Das ist ein Grund, warum die Schäden dort im Vergleich zum Westen seltener sind“, sagt Oliver Hauner, Leiter der Abteilung Sach- und Technische Versicherung beim GDV. Auch die Wasserqualität kann ein Faktor für häufige und teure Schäden sein.

Jährlich zählen die Gebäudeversicherer deutschlandweit inzwischen rund 1,1 Millionen Leitungswasserschäden – im Schnitt entsteht alle 30 Sekunden ein Leck. Die Kosten summierten sich 2015 auf 2,3 Milliarden Euro. Hinzu kamen 230 Millionen Euro Schäden in der Hausratversicherung. Zum Vergleich: 2005 betrugen die Leitungswasserschäden in der Gebäudeversicherung rund 1,6 Milliarden Euro.

Viele Schäden wären vermeidbar, wenn die Wasserleitungen regelmäßig gewartet würden, so Hauner. „Eigentlich müssten Hausbesitzer nach rund 30 Jahren ihr Rohrleitungssystem überprüfen, wenn nicht sogar bereits sanieren lassen.“ Je älter die Gebäude, desto häufiger sind Leitungswasserschäden. Doch viele Hausbesitzer schrecken wegen der hohen Kosten vor einer Sanierung zurück, sagt der GDV-Experte.

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