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Ostholsteiner Anzeiger

20. November 2017 | 01:39 Uhr

Ostholstein: CDU feiert, SPD kalt erwischt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 07.Mai.2017 | 17:56 Uhr

Für den CDU-Kreisvorsitzenden Ingo Gädechens war es schon nach den ersten Ergebnissen „ein richtig, richtig schöner Abend“. Der Gewinn aller Direktmandate in Ostholstein durch die Kandidaten seiner Partei sei ebenso erfreulich wie die Aussicht auf eine von Daniel Günther geführte Landesregierung. Zwar werde die Koalitionsbildung nicht einfach, aber ein Zusammengehen der CDU in Kiel mit FDP und Grünen erscheine ihm denkbar. Nach der „krachenden Niederlage“ von Ministerpräsident Torsten Albig rechnet Gädechens damit, dass in der SPD „einige Führungskräfte in Frage gestellt werden“.

Das sah der SPD-Kreisvorsitzende Niclas Dürbrook gestern nicht so: „Torsten Albig kann in einer Ampelkoalition auch die neue Landesregierung führen. Und: „Aus Fehlern kann man lernen.“ Dürbrook räumte aber ein, dass in der SPD „eine sehr gedrückte Stimmung“ herrsche. Sein Kreisverband habe das Wahlziel, alle Direktmandate in Ostholstein zu holen, klar verfehlt. Die Gründe dafür? Dürbrook: „Wir hatten mit Gerechtigkeit ein Thema, das nicht so gezündet hat wie erhofft. Zweitens haben wir Daniel Günther unterschätzt und sind im Wahlkampf auf den letzten Metern gestolpert.“ Bei den nächsten Wahlkämpfen müsse die SPD auf Hausbesuche, moderne Methoden und dichte Plakatierung setzen.

Einerseits froh über das „starke Ergebnis“ für die Grünen, andererseits enttäuscht über das Ende der Küstenkoalition äußerte sich die Grünen-Landtagsabgeordnete Marlies Fritzen (Foto) aus Stockelsdorf. Ihre Partei werde mit dem Anspruch, weiterhin eine moderne Politik in Sachen Energiewende, Klimaschutz und Ökologisierung der Landwirtschaft durchzusetzen, in mögliche Koalitionsgespräche mit CDU und FDP gehen. Sie sehe bis dahin aber vor allem für die CDU „noch einen weiten Weg vor sich“.

In „Superstimmung“ verbrachte der FDP-Kreisvorsitzende Jörg Hansen (Foto) aus Stockelsdorf den Wahlabend. Auf Landesebene sei der Politikwechsel geschafft worden, und auch in Ostholstein sei die FDP wieder auf die Füße gekommen. „Das war mein Ziel, das Ergebnis ist sensationell gut.“ Für ihn selbst ist mit Platz 10 auf der Landesliste der Liberalen demnächst ein Mandat im Landtag durchaus in Reichweite.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Sandra Redmann (Foto) aus Bad Schwartau redete um die Niederlage ihrer Partei nicht herum: „Ich bin enttäuscht. Wir haben im Wahlkampf seit drei Wochen gemerkt, dass die die Stimmung kippt. Ich habe aber keine Erklärung warum, denn die Küstenkoalition hat gut gearbeitet.“ Über die künftige Regierung in Kiel wisse sie jetzt nur dies: „Sicher ist nichts.“

Ostholsteins Landrat Reinhard Sager, der zuletzt als Mitglied im Kompetenzteam des CDU-Spitzenkandidaten aktiv Wahlkampf machte, sieht einen klaren Auftrag für Daniel Günther: „Er hat das hervorragend gemacht und muss die Landesregierung anführen, alles andere wäre eine Missachtung des Wählervotums.“ Ob er selbst von Eutin nach Kiel wechseln würde, ließ Sager in gewählter Diktion offen: „ Die Frage ist heute seriös nicht zu beantworten. Erst reden wir über Inhalte, dann über den Zuschnitt von Aufgaben und danach über Personen.“

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