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Appell an Veranstalter : Osterfeuer dürfen keine Tiere töten

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ein Umsetzen von Holzhaufen vermeidet Verstöße gegen Bundesnaturschutzgesetz. Wenn wer in Kauf nimmt, dass Igel und Amphibien verbrennen, begeht mindestens eine Ordnungswidrigkeit.

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erstellt am 18.Apr.2014 | 04:00 Uhr

Stark in Mode gekommen sind Osterfeuer: Kaum ein Ort, in dem nicht Verschönerungsverein, Feuerwehr oder Schützenverein zum Beisammensein im Feuerschein laden. Dabei sollten Regeln beachtet werden, und das nicht nur in Hinsicht auf den Brandschutz: Wer Holzhaufen ansteckt, die schon länger liegen, macht sich aus der Sicht des Naturschutzes strafbar.

Osterfeuer unterliegen seit gut 15 Jahren keiner Genehmigungspflicht mehr, sagt Julia Lunau aus dem Eutiner Ordnungsamt. Das sei mit Aufhebung der Brandverhütungsverordnung entfallen. „Wir empfehlen bei Anfragen, wenigstens der örtlichen Feuerwehr und der Polizei Bescheid zu sagen.“

Auch ohne Genehmigungspflicht müssen bei Osterfeuern aber Regeln beachtet werden, die der gesunde Menschenverstand nahelegt – und die über die Vermeidung von Bränden hinaus gehen.

„Es ist guter Brauch, keine Holzhaufen anzustecken, die länger gelegen haben“, sagt Joachim Siebrecht, Chef der Naturschutzbehörde beim Kreis. Denn in älteren Haufen sind mit Sicherheit Tiere zu finden: Igel und andere Kleinsäuger, Amphibien wie Ringelnattern und nicht zuletzt Vogelnester. Ein Umsetzen des Holzes rettet war nicht die Vogeleier in den Nestern, aber alle anderen Tiere, die dem Schutz der Holzhaufen vertrauen. Wer nicht umsetzt, nimmt in Kauf, gegen das Bundesnaturschutz zu verstoßen: Nach Paragraf 39 darf kein wild lebendes Tier „ohne vernünftigen Grund“ getötet werden, wobei Osterfeuer nicht als vernünftiger Grund gelten. Und nach Paragraf 41 begeht mindestens eine Ordnungswidrigkeit, wer Exemplare geschützter Tierarten tötet. Dazu zählen alle Kleinsäuger, die meisten Amphibienarten und auch alle europäischen Vogelarten.

Siebrecht hofft auf die Vernunft der Veranstalter. Er warnt aber auch: „Wir werden bei jeder Anzeige, die wir bekommen, prüfen, ob eine Ordnungswidrigkeit oder Straftat begangen wurde.“

 

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