ORV will in die Zukunft investieren

Die Vorsitzenden Horst Richtarsky und Moritz Kallmeyer (hinten,  v. re.) mit den Geehrten.
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Die Vorsitzenden Horst Richtarsky und Moritz Kallmeyer (hinten, v. re.) mit den Geehrten.

Verein präsentiert Überlegungen, den Turnierplatz an der B 76 für 250 000 Euro zu modernisieren / Vorsitzender Richtarsky im Amt bestätigt

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30. Januar 2018, 15:08 Uhr

Der Ostholsteinische Reiterverein Malente – Eutin (ORV) will mit seinem jährlichen großen Turnier weiterhin eine gute Adresse für Profi-Reiter bleiben und deshalb seinen Turnierplatz an der B 76 kräftig modernisieren. Entsprechende Überlegungen präsentierte der 2. Vorsitzende, Florian Auer, am Montagabend bei der Jahresversammlung im „Neukirchener Hof“. Zuvor hatten die Mitglieder unter Leitung des 3. Vorsitzenden Moritz Kallmeyer den Vorsitzenden Horst Richtarsky, Florian Auer und Schriftwartin Uta Dähling-Triebwasser einmütig für vier weitere Jahre im Amt bestätigt.

Zur neuen Jugendwartin wählte die Versammlung Caroline Kühne. Die 24-jährige Western- und Dressurreiterin stammt aus Malente, hat ihr Pferd in Oberkleveez und will in Kiel demnächst ihr Studium der Wirtschaftsinformatik abschließen. Sie folgt auf Elfi-Jacqueline Meyer. Die Betreiberin des Reiterhofs Fissau hatte sich nach fast 27 Jahren Vorstandsarbeit und 22 Jahren im Amt der Jugendwartin nicht mehr zur Wahl gestellt. Die Arbeit im Verein sei Elfi-Jacqueline Meyer stets eine „Herzensangelegenheit“ gewesen, sagte Birgit Kamrath-Beyer, Vorsitzende des Kreissportverbands, der „Jackie“ Meyer die Verdienstnadel verlieh. Richtarsky zeichnete die Pferdewirtin außerdem mit der Goldenen Ehrennadel des Vereins aus.

Mit Kosten in Höhe von 250 000 Euro rechnet der Verein für die Modernisierung des 1994 eingeweihten Turnierplatzes, auf dem alljährlich das Sommerturnier mit bis zu 800 Reitern ausgerichtet wird. Zunächst soll in einer Machbarkeitsstudie ermittelt werden, welche Maßnahmen in Angriff genommen werden könnten. „Es müssen Zahlen, Daten, Fakten auf den Tisch. Dann werden wir sehen, was wir umsetzen können“, sagte Richtarsky. Klar sei, dass der Verein auf Spenden und Fördermittel angewiesen sein werde. „Da müssen wir an Töpfe ran, die wir vielleicht noch gar nicht kennen.“

Der Verein stehe vor einer wichtigen Entscheidung, machte Auer klar: „Machen wir weiter wie bisher und versuchen mit kleinen Maßnahmen, zu denen kaum Fördermittel zu bekommen sind, den Turnierplatz zu erhalten? Oder planen wir im größeren Stil, um den Turnierplatz für die nächsten 25 Jahre zu ertüchtigen?“

Hintergrund der Überlegungen ist eine nachlassende Attraktivität des Sommerturniers: „Den Anforderungen des Sports werden wir nicht mehr gerecht“, stellte Auer unverblümt fest. Der Abreiteplatz Springen sei stark abschüssig und der Springplatz weise ein ungleichmäßiges Gefälle auf. Die Folge: „Die Nennzahlen im oberen Niveau sind seit einigen Jahren rückläufig.“

Doch auch die Vorbereitungen des Turniers seien mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand verbunden, bemängelte Auer. Auf- und Abbau von Elektrik, Wasser und Netzwerktechnik brauche nicht nur viel Zeit, sondern führe auch immer wieder zu Problemen, etwa wenn Kabel eingeklemmt und beschädigt würden. Eine zusätzliche Nutzung des Platzes, etwa für weitere Turniere, sei nicht möglich. Denn es fehle an festen Sanitäreinrichtungen und Lagerflächen für Vereinsmaterial. Bestehende Gebäude seien marode.

Die Ziele einer Modernisierung sind vielfältig: Es sollten nicht nur langfristig das sportliche Niveau gehalten, sondern auch Kosten für Unterhaltung und Veranstaltungen gesenkt werden, erläuterte Auer. Zur Kostendeckung wolle der Verein weitere Veranstaltungen ermöglichen: etwa Lehrgänge, Western- oder Fahrsportveranstaltungen. Außerdem könnte der Platz anderen Vereinen zur Verfügung gestellt werden.

Neben einer Sanierung des Spring- und Abreiteplatzes stehen auch der Bau sanitärer Einrichtungen, eines Vereinsheims und einer neuen Lagerhalle auf der Wunschliste. Weitere Punkte sind die feste Verlegung von Strom- und Netzwerkkabeln sowie die Erneuerung und Erweiterung baufälliger Gebäude, etwa für den Richterturm am Springplatz oder die Rechenstelle.

Eine gute Nachricht vermeldete Schriftwartin Uta Dähling-Triebwasser. Erstmals seit 2004 hatte der Verein zum Jahresende 2017 wieder mehr Mitglieder als im jeweiligen Vorjahr. So stieg deren Zahl um acht auf 314 (davon 263 weiblich). Zum Vergleich: Ende 2004 wurden noch 472 Mitglieder gezählt.

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