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Nur noch 7 Aktive Mitglieder : Ortswehr Neukirchen abgemeldet

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Nur noch sieben Aktive in Neukirchen: künftig gemeinsame Dienstabende mit der Freiwilligen Feuerwehr aus Sieversdorf.

von
erstellt am 20.Jan.2014 | 05:00 Uhr

Die älteste Ortswehr der Gemeinde Malente aus Neukirchen hat mit nur noch sieben Aktiven große Existenzprobleme. Auf der Jahresversammlung im „Neukirchener Hof“ meldete Gemeindewehrführer Bernd Penter am Freitag die Neukirchener Einsatzbereitschaft bei der Gemeinde Malente offiziell ab. Der Schritt war erforderlich, weil aufgrund der geringen Einsatzstärke von nur noch sieben Aktiven die Aufgaben nicht mehr bewältigt werden können.

„Es versteht sich von selbst, dass wir die Feuerwehr nicht zu Grabe tragen“, waren sich Bernd Penter, Bürgermeister Michael Koch und Ortswehrführer Martin Walter einig. Das 29 Jahre alte Feuerwehrfahrzeug werde der Wehr erhalten bleiben. „Wir machen natürlich aktiv weiter“, versprach Martin Walter. Um den Leistungsstand der sieben Aktiven zu sichern, werden die Neukirchner Blauröcke künftig die Dienstabende mit den Sieversdorfer Kameraden gemeinsam verbringen. Auch zu Einsätzen werden sie weiterhin mit ausrücken.

„2011 war die Wehr mit 15 Aktiven auf einem guten Weg“, bedauerte Penter die Entwicklung. Laut Brandschutzgesetz seien 27 Einsatzkräfte notwendig, doch auch mit 15 sei die Ortswehr Neukirchen schlagkräftig gewesen. Penter erinnerte, dass die Neukirchener Wehr die älteste in der Gemeinde Malente sei und nach der Gründung 1888 insgesamt 20 Aktive für die Brandbekämpfung bereit standen.

Innerhalb eines Jahres – ausgerechnet dem 125. Jubiläumsjahr – reduzierte sich die Einsatzstärke durch Austritte, Wegzüge und Verabschiedungen in die Ehrenabteilung gleich um acht Aktive. Um der geringen Aktivenzahl entgegenzuwirken, besuchte die Wehrführung bereits Anfang 2013 insgesamt 45 Haushalte in Neukirchen und warb um aktive Mitglieder. Lediglich zwei bekundeten Interesse.

Ortswehrführer Martin Walter selbst wird in diesem Jahr 60 Jahre alt und könnte der Ehrenabteilung beitreten. Damit der Wehr auch künftig eine Führung erhalten bleibt, wird er einen Antrag auf Verlängerung stellen. Zur Stärkung der Einsatzbereitschaft will auch Rolf Ruseler, der im kommenden Jahr 60 wird, den Verlängerungsantrag stellen.

„Es war leider unvermeidbar“, bedauerte auch Bürgermeister Michael Koch. Gemeinde- und Ortswehrführer hätten eine besondere Verantwortung. Entsprechend habe Bernd Penter diese Entscheidung laut Feuerwehrgesetz treffen müssen. Die Entwicklung sei „nicht hausgemacht“, so dass weder der Ortswehrführer noch die Aktiven eine Schuld an der Problematik hätten. Das Problem liege im demografischen Wandel und dem neuen Zeitgeist. Der Verwaltungschef appellierte an alle Neukirchener Bürger Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr ihres Ortes zu werden. Zudem rief er auf, die Sitzungen des neu eingerichteten Feuerwehrausschusses zu besuchen.

Die Wehr blickte 2013 auf sechs Einsätze zurück. Die Aktiven absolvierten 25 Dienstabende. Die Organisation des 125. Geburtstags sei eine Herausforderung gewesen. Ines Dohm, einzige Frau in der Neukirchener Wehr, wurde für ihre zehnjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Wie es mit der Neukirchner Feuerwehr weitergeht, soll in Gesprächen geklärt werden. Auch auf der ersten Sitzung des Feuerwehrausschusses am 30. Januar im Gemeinschaftshaus Kreuzfeld wird das Thema Einsatzstärke sowie Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplans besprochen. „Wir sind weiterhin bestrebt alle Ortswehren in der Gemeinde zu erhalten“, betonte Peter Blenski, Vorsitzenden des Feuerwehr-ausschusses.

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