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Ostholsteiner Anzeiger

18. August 2017 | 16:46 Uhr

Gemeinde Malente : Ortswehr droht Auflösung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Malkwitz-Söhren: Austritt des Wehrführers / Gemeindewehrführer springt jetzt ein / Nur noch 13 Aktive

Es möge Ruhe in der Ortswehr einkehren: Das wünschten sich der damalige Bürgermeister Michael Koch, Gemeindewehrführer Bernd Penter und Andreas Riemke vom Kreisfeuerwehrverband vor knapp drei Jahren nach der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Malkwitz-Söhren. Zuvor war Kay Müller zum Chef der Wehr gewählt worden. Es war die dritte Wahl eines Ortswehrführers innerhalb von drei Jahren.

Die Ruhe hat nicht sehr lange gehalten. Im Gegenteil: Wenn die Wehr morgen, 24. Februar, um 19.30 Uhr im Dörpskrug Malkwitz zu ihrer 111. Jahresversammlung zusammenkommt, scheint die Lage brenzliger als je zuvor. Im November hat Wehrführer Müller bei der Gemeinde aus persönlichen Gründen um seine Entlassung gebeten und die Wehr verlassen. Mit dem 45-Jährigen ging ein Gruppenführer. Es blieb nicht bei diesen beiden Austritten aus der offenbar zerrütteten Wehr. „Nach internen Gesprächen haben sich zwei weitere Mitglieder zum Jahresende abgemeldet“, erklärt Gemeindewehrführer Bernd Penter. Damit sei die Personalstärke auf mittlerweile 13 Aktive gesunken. Als Müller 2014 sein Amt angetreten hatte, waren es noch 20 Aktive.

Grundsätzlich ist innerhalb von drei Monaten ein neuer Wehrführer zu wählen. Eigentlich hätte dies bei der Jahresversammlung geschehen können. Doch weil mit nur noch 13 Aktiven die Auflösung der Wehr droht, wird nun eine andere Lösung favorisiert. „Der Kreis Ostholstein hat mich nun zum beauftragten Ortswehrführer für die Feuerwehr Malkwitz-Söhren gemacht“, berichtet Penter. Andere Lösungen, etwa die Einsetzung des stellvertretenden Wehrführers Gerhard Fürst oder eines anderen Ortswehrführers habe man in gemeinsamen Gesprächen verworfen. Die Beauftragung sei mit einem Zwischenschritt im Oktober bis zum Jahresende befristet.

„Meine Hoffnung ist es nun, Menschen in den Dorfschaften Malkwitz und Söhren zu finden, die ihre Zeit in die Feuerwehr investieren möchten, um sich selbst besser schützen und als Hilfe für die Nachbarn dienen zu können, wenn es dort plötzlich zu einem Schadensereignis kommt“, sagt Penter. Gemeinsam solle versucht werden, die Personalstärke an die akzeptierte Untergrenze von 18 Mitgliedern heranzubringen, um dann wieder die volle Akzeptanz und Anerkennung als Feuerwehr zu erlangen. „Bisweilen gibt es keine konkreten Schritte, aber mit meiner Amtsübernahme am 24. Februar werden wir mit dem Austausch unserer Ideen beginnen“, kündigt Penter an.

Für die Ortswehr dürfte es die letzte Chance sein, eine Auflösung zu verhindern. Andernorts sei dies in der Vergangenheit bereits gelungen, erinnert Penter und nennt neben der Wehr Majenfelde-Quisdorf in der Gemeinde Bosau auch die Neukirchener Wehr in der Gemeinde Malente.

Dort hatte Penter Anfang 2014 für Aufsehen gesorgt, als er die Einsatzbereitschaft der Wehr bei der Gemeinde vorläufig abmeldete, weil die Zahl der Aktiven in den einstelligen Bereich abgerutscht war. Gemeinsam warben Gemeinde, Feuerwehr und Dorfvorstand daraufhin um neue Mitglieder. Es wurden Klinken geputzt und jeder Dorfbewohner im Alter zwischen 18 und 50 Jahren erhielt ein Schreiben, in dem um Eintritt in die Ortswehr geworben wurde. Mit Erfolg: Bereits kurze Zeit später war die Zahl der Aktiven auf 17 geklettert, mittlerweile sind es immerhin 19. Einen Vorteil hatte Neukirchen allerdings: Kontinuität an der Spitze. Wehrführer war in all den Jahren Martin Walter.

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erstellt am 22.Feb.2017 | 11:43 Uhr

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