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Stendorf (Gemeinde Kasseedorf) : Ortsnah der Natur mal Gutes tun

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kasseedorfer Gemeindevertreter waren sich weitgehend einig über wünschenswerte Inhalte für den B-Plan 14 „Asphaltmischwerk“ bei Stendorf.

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erstellt am 14.Nov.2014 | 04:00 Uhr

Für das über 20 Hektar große Werksgelände der Firmengruppe Stamer bei Stendorf stellt die Gemeinde Kasseedorf erstmals einen Bebauungsplan auf. Der P-Plan 14 soll dem Unternehmen einerseits Perspektiven für ihren Industrie-Standort mitten im Grünen, andererseits der Natur aber auch den Ausgleich für die jahrzehntelangen Eingriffe sichern. In dieser doppelten Zielsetzung waren sich jüngst alle Fraktionen im Bauausschuss einig.

In der Schulscheune erläuterten Dipl.-Ing. Andreas Nagel und Landschaftsplaner Dr. Florian Liedl den bisherigen Planungsstand. Demnach sollen knapp drei Hektar der Gesamtfläche für bauliche Objekte nutzbar sein, von Asphalt-Produktionsanlagen über großräumige Lagerhallen bis zu Verwaltungsgebäuden und einer Werkswohnung. Ein Schall-Gutachten prognostiziert keine bedenklichen Konflikte, in Sachen Natur- und Artenschutz stehen noch einige tiefer gehende Bestandsaufnahmen aus.

Auf dem Papier ist erneut, wie schon 1992 in Genehmigungsunterlagen zum Kiesabbau enthalten, eine neue Ausfahrt zum Marius-Böger-Weg vorgesehen. Das würde für mehr Verkehrssicherheit sorgen, hieß es allseits. Doch die Forderung, dafür die alte Zufahrt aufzugeben, wollten Planer Nagel und Bürgermeisterin Regina Voß (SPD) nicht übernehmen: „Das ist nicht so schnell umzusetzen und würde das Unternehmen mit hohen Kosten belasten.“

Null Gegenliebe fand im Ausschuss der Wunsch, auf dem Werksgelände einen Betriebskindergarten einzurichten. Die Gemeindevertreter empfahlen stattdessen eine Kooperation mit der Kasseedorfer Flohkiste. Einstimmig votierten SPD, CDU und WUB auch dafür, Ausgleichsmaßnahmen nicht in weiter Ferne, sondern in
unmittelbarer Nähe des Werksgeländes und Kiesabbaus anzusiedeln. Dafür biete sich der bisher als Acker genutzte Prallhang südlich der Schwentine an, stimmten der Ausschussvorsitzende Mirko Strunge (SPD) und CDU-Fraktionschef Martin Boesmann überein. Strunge erinnerte daran, dass die Gemeinde mit einer ortsnahen Ausgleichslösung beim Solarenergie-Projekt in Sagau gut gefahren sei. Zugleich betonte er die Notwendigkeit einer Garantie fürs Erfüllen der Verpflichtung, Eingriffe in Landschaftsbild und Natur gezielt wett zu machen. Der B-Plan-Entwurf soll nun den Trägern öffentlicher Belange vorgelegt und im Winter weiter beraten werden.

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