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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2017 | 22:48 Uhr

Ort für „Hochleistungsforschung“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

125 Jahre Max-Planck-Institut in Plön: Finanzmittel, kreative Köpfe und der Erfolg lassen nächste Generation in die Forschung gehen

von
erstellt am 17.Jul.2017 | 14:39 Uhr

Für Ministerpräsident Daniel Günther war es der erste Besuch im Plöner Max-Planck-Institut (MPI) – und ähnlich ging es Dr. Martin Stratmann, dem Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft mit Sitz in München. Wie Bürgermeister Lars Winter und Dr. Ulrich Sommer vom Kieler Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung würdigten beide bei einem Festakt Bedeutung und Leistung des Instituts, das in diesem Jahr dreifach Grund zum Feiern hat: 125 Jahre Biologische Station zu Plön, 100 Jahre Zugehörigkeit zur Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, seit 1948 Max-Planck-Gesellschaft, und zehn Jahre Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie (bis 2007 MPI für Limnologie).

Günther sicherte dem MPI die Unterstützung des Landes zu. „Was wir tun können, wird das Land leisten. Es ist ein Traum, hier zu arbeiten. Die Mitarbeiter wissen schon, warum sie nicht so viel Werbung machen, so können sie ungestört arbeiten“, schmunzelte Günther und ging damit auf eine Bemerkung von Direktor Dr. Arne Traulsen ein. Der hatte festgestellt, viele Menschen würden das MPI nicht kennen. „Die Gesellschaft bezahlt uns für die Arbeit, nicht für Werbung“, sagte Traulsen. „Wir sind auf einem guten Weg“, berichtete er von den 160 Mitarbeitern aus 29 Nationen in neun Arbeitsgruppen. Man hoffe auf weitere Unterstützung des Landes, wünschte er sich und erwähnte den Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung. Darin sei das Ziel formuliert, das Land als Wissenschaftsstandort an die internationale Spitze zu führen. „Das Institut ist ein besonderer Ausweis für Forschungsqualität“, bestätigte Günther und würdigte die „Hochleistungsforschung“ des MPI.

„Wenn zwei Männer nicht Mut und Willen gehabt hätten, ihren Traum umzusetzen, säßen wir heute nicht hier“, so Winter mit Blick auf das „Dream-Team“ Bürgermeister Johannes Kinder und Forscher Emil Otto Zacharias, das gemeinsam 1892 die Gründung der Biologischen Station am Großen Plöner See schaffte. Die gute Partnerschaft bestehe bis heute und lasse erkennen, dass das MPI wachsen konnte und weiter wachsen werde. „Man schafft gemeinsam Lösungen, man beklagt nicht Probleme.“

Stratmann zeigte sich begeistert vom Plöner Land: „Im Vergleich zum Starnberger See: 1:0 für die Holsteinische Schweiz.“ Die Plöner kokettierten manchmal mit einem gallischen Dorf. Der Kontrast zwischen weit größeren Wissenschaftszentren und der Beschaulichkeit des Standortes berge einen gewissen Überraschungseffekt. „Auf einer gefühlten Landkarte sitzt das Institut mittendrin, nicht am Rande.“

Ausreichende Finanzmittel, kreative Köpfe und der Erfolg ließen jeweils die nächste Generation wieder in die Forschung gehen. „Das Institut wurde durch Erfolg attraktiv für nachfolgende Generationen“, betonte Stratmann den steten Willen zur Weiterentwicklung der Wissenschaftslandschaft.

Das Erfolgsrezept: Eigensinn, Enthusiasmus, Offenheit und der Forschung Raum zu geben, die vielleicht ganz neue Disziplinen schaffe. „Auch nach 100 Jahren steht ein kleines, lebendiges Institut vor uns, das Institut steht nicht für eine Verinselung der Wissenschaft.“

Hieran knüpfte Sommer in seinem Vortrag an. Anhand der Direktoren gab er einen Rückblick auf die wissenschaftliche Erfolgsgeschichte des MPI.  



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