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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 03:51 Uhr

Immenhof: Arbeiten dauern länger als geplant

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Noch dominieren Baugerüste das historische Ensemble von Gut Rothensande. Mit der Eröffnung des Ferienhofs ist aber nicht vor Frühjahr 2019 zu rechnen.

Bis die ersten Gäste ihren Urlaub auf Gut Immenhof verbringen, vergeht noch Zeit. Kräne, Planen und Baugerüste prägen das Bild. Gut Rothensande bei Malente, berühmt durch die dort gedrehte Immenhof-Filmtrilogie der 50er-Jahre, wandelt sich nur allmählich von einer Dornröschen-Kulisse zu einer touristischen Attraktion. „Es wird wohl Frühjahr 2019 werden, bis alles fertig ist“, sagt Ole Marxen (Foto unten). Der Projektleiter von Gut Immenhof, Geschäftsführer der Gut Rothensande GmbH & Co. KG, ist dabei, das denkmalgeschützte Anwesen zu einem Ferienhof für Familien umzubauen. Dafür braucht es einen langen Atem. Ursprünglich war die Eröffnung für 2017 anvisiert worden. Doch kein Bauvorhaben ohne Überraschungen: Notwendige Pfahlgründungen sorgten für Zeitverzögerung. Nicht nur die neuen Gebäude wie Pförtnerhaus und Seitenflügel des alten Torhauses, auch die bestehenden Bauten Herrenhaus, Melkhus, Scheune und Reithalle wurden zwei Meter tief ausgegraben und auf Platten gestellt. „So um 1400 verlief offenbar ein Flussarm der Schwentine quer über das Gelände. Deshalb sackte der weiche Untergrund ab“, schildert Marxen. Am alten Torhaus habe man die Seewohnung komplett abreißen und neu auf Pfähle stellen müssen. Nachdem 2012 der in der Schweiz lebende Geschäftsmann Carl-Joachim Deilmann das 120 Hektar große Areal erwarb, waren zunächst Pläne und Landschaftsschutz unter einen Hut zu bringen, wurden Boden, Gebäude und Bäume untersucht und Gutachten erstellt. Erst im April 2015 seien die ersten Steine aufeinander gesetzt worden, blickt Marxen zurück. Seitdem sind ausschließlich regionale Unternehmen dabei, den Bestand originalgetreu zu sanieren und Neubauten hochzuziehen. Zwischen 80 und 100 Menschen wuseln und werkeln täglich auf dem Grundstück, bauen überall zugleich an Fassaden und Innenräumen. Im Herrenhaus, das elf Hotelzimmer beherbergen wird, sind die Put-zer dabei, die Wände zu bearbeiten. Im ehemaligen Schlafzimmer mit Runderker ist ein zweites Restaurant samt Bar vorgesehen. An fast allen Fassaden außer Verwalterhaus und Herrenhaus, die als herrschaftliche Gebäude immer weiß geputzt waren, kamen die ursprünglichen Steine hervor, wurden die alten Kopfbänder wieder eingesetzt. Man entfernte die weiße Putz- und Farbschicht, die Eigentümer Arthur Nörenberg Anfang der 60er-Jahre auftragen ließ. Marxen: „Wir haben alle Farben der Jahrhunderte runtergewaschen und bauen alles mineralisch wieder auf.“ Rund 25  000 Steine, rote und gelbe Klinker wurden rekonstruiert und von einer Firma bei Potsdam nachgebrannt. Jeder einzelne Originalstein sei abgeschliffen, die Fugen ausgekratzt und zweilagig verfugt worden. Jetzt sähen die Gebäude wieder steinsichtig aus wie damals in den Filmen. Alle Dachstühle und Dächer sind dem Original und den historischen Dachpfannen nachempfunden. Das Verwalterhaus von 1894 bekam seinen Sprengwerk-Giebel und die Fenster-Laibungen zurück.

Die Ponyhofromantik, die den Immenhof berühmt machte, soll weiter bestehen. Feriengäste dürfen ihre Pferde mitbringen oder die des Hofes sowie den Ponyreitplatz nutzen. In der alten Scheune, wo auch die Ein Megawatt-Heizungsanlage untergebracht ist, die per Blockheizkraftwerk den Hof versorgt, wurde der laut Marxen „weltschönste“ Ponystall eingerich-tet. Das Dachgeschoss mit rekonstruiertem Eichengebälk wird
zu einem 220 Quadratmeter großen „Schlechtwetterbespaßungsraum“. Die sanierte Reithalle von 1958 (mit Photovoltaik) wird um einen Pferdestall ergänzt. Im Melkhus ist Platz für ein öffentlich zugängliches Restaurant mit 165 Plätzen und einen zwölf Meter hohen Konzertsaal mit Seeblick für bis zu 350 Stühle im Obergeschoss. Insgesamt sind 46 Hotelzimmer vorgesehen, davon 23 Familienzimmer mit vier Betten. Im benachbarten Beutzkamp sind sechs Ferienwohnungen verfügbar.

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