zur Navigation springen

Orkantief "Christian" : Orkan legt den Norden lahm – eine Tote in Ostholstein

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Sturm entwurzelt auch in Ostholstein zahlreiche Bäume. Vermisster Angler hatte sich mit seinem Ruderboot ans Ufer gerettet.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2013 | 00:34 Uhr

Bäume krachten um, Dachteile flogen umher, Züge rollten nicht mehr, der Strom fiel in vielen Ortschaften aus, Handys hatten kein Netz – in Göhl wurde eine Frau von einer umstürzenden Mauer erschlagen, in Flensburg kam ein Mann unter einem Baum zu Tode.

Das Orkantief „Christian“ legte gestern den Norden lahm. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 173 Stundenkilometern fegte der erste schwere Herbststurm über den Norden, richtete massive Schäden an und sorgte für Chaos auf Schienen, Straßen und Inseln. Der komplette Regionalverkehr der Bahn in Schleswig-Holstein wurde eingestellt. Polizei und Feuerwehren leisteten im Land Schwerstarbeit.

Tragisch endete der Versuch eines Ehepaares in Göhl, in seinem Garten das vom Sturm herunter gefegte Astwerk aufzusammeln. Plötzlich stürzte eine freistehende, nicht mit dem Einfamilienhaus verankerte Mauer auf die 66-jährige Eigentümerin. Die Frau wurde unter der 2,50 langen und gut 2,70 hohen Mauer aus Kalksandsteinen verschüttet. Sie starb noch an der Unglücksstelle.

Bis 19 Uhr verzeichnete die Leitstelle der Polizei in Lübeck 220 Einsätze im Zusammenhang mit dem Orkantief in den Bereichen Lübeck, Herzogtum Lauenburg, Stormarn und Ostholstein. Teilweise mit Notrufen völlig überlastet war die für Rettungsdienst und Feuerwehreinsätze in Ostholstein und Stormarn zuständige Integrierte Rettungsleitstelle in Bad Oldesloe. Selbst Feuerwehren konnten zeitweise keinen Kontakt zu ihr herstellen, der Unmut darüber war bei ehrenamtlichen Helfern nicht zu überhören. „Was hier abging, muss ein Nachspiel haben“, so ein hochrangiger Feuerwehrmann dem OHA.

In der Holsteinischen Schweiz hatten es die Wehren hauptsächlich mit dem Räumen umgestürzter Bäume zu tun. Verletzt durch Sturmschäden wurde hier nach einer ersten Übersicht niemand. Wohlbehalten wurde in Malente ein zeitweise vermisst gemeldeter Angler abends am Ufer des Kellersees gefunden. Seiten 4 und 16

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen