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Sturmtief “Christian“ : Orkan hält Feuerwehren in Atem

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Sturm entwurzelt auch in Ostholstein zahlreiche Bäume. Vermisster Angler hatte sich mit seinem Ruderboot ans Ufer gerettet.

Durch das Orkantief „Christian“ bekamen gestern auch die Feuerwehren in Ostholstein schwer zu tun. Schon um 15.30 Uhr, als der Sturm gerade zu wüten begonnen hatte, gab es in Ostholstein bereits 73 Gefahreneinsätze. Dann rissen die Notrufe bis zum Abend nicht mehr ab.

Bis 18.20 Uhr hatten die drei Eutiner Ortswehren, die mit 60 Aktiven im Einsatz waren, etwa 20 Einsätze – überwiegend ging es um umgestürzte Bäume und abgeknickte Äste. Ein ähnliches Bild bot sich in Malente, wo die Wehren noch vor 18 Uhr etwa 15 größere Einsätze abzuarbeiten hatten. Auf dem Kellersee wurde am späten Nachmittag ein Angler mit Ruderboot vermisst. Wehren aus Malente und Eutin nahmen die Suche auf, gegen 19 Uhr kam die Meldung: Der Vermisste ist wieder da. Der Mann hatte sich vor dem
aufkommenden Sturm am Rothensander Ufer in Sicherheit gebracht. Als er die Rettungskräfte auf dem See bemerkte, machte er durch Blinkzeichen mit einer Taschenlampe auf sich aufmerksam.

Ein umgestürzter Baum stoppte zwischen Timmdorf und Malente den Bahnverkehr. Die Beseitigung der Gleisblockade drei Kilometer vor Malente verzögerte sich nach OHA-Informationen, weil die auch für Ostholstein zuständige, Integrierte Rettungsleitstelle Süd in Bad Oldesloe offenbar Timmdorf mit Timmendorfer Strand verwechselte und demzufolge die Timmendorfer Wehr alarmierte. Diese soll dann an der Bahnlinie Lübeck-Puttgarden vergeblich nach einem umgestürzten Baum gesucht haben.

Schon gegen 15 Uhr krachte eine große Weide an der Kellerseepromenade auf die Seite und begrub mit einem Teil ihrer Krone den Anleger der Kellersee-Fahrt an der Lindenallee unter sich. Glücklicherweise wurde niemand getroffen. Zwischen Eutin und Malente blockierte gegen 15 Uhr ein Baum fast die komplette Fahrbahn der L 174. Autofahrer wichen über den Radweg aus.

Mit kleineren Malaisen hatten viele Haus- und Wohnungsbesitzer zu kämpfen. „An einem meiner Fenster
im Obergeschoss wurde ein Sprossenrahmen aus der
Verankerung herausgerissen und die schweren Blumentöpfe auf der Terrasse umgeweht“, berichtete beispielsweise der Malenter Manfred Philipp.

Bei anderen machten sich Strandkörbe selbstständig, in Eutin landete einer sogar im Teich des Nachbarn. Im neuen Gewerbegebiet an der Albert-Einstein-Straße wirbelte der Wind eine im Bau befindliche Halle kräftig durcheinander. In Burg auf Fehmarn riss der Sturm eine etwa 50 Quadratmeter große Solaranlage auf dem Dach eines Getränkegroßhandels aus der Verankerung, der Schaden beläuft sich vermutlich auf 200 000 bis 300 000 Euro.

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erstellt am 29.Okt.2013 | 10:26 Uhr

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