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Orgelwochen in Eutin : Organisten auf Video-Leinwand

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die 27. Internationalen Orgelwochen „Kontra-Punkte“ in Eutin warten mit einer technischen Revolution auf: Die Künstler werden im Chorraum „sichtbar“ gemacht.

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erstellt am 05.Aug.2014 | 04:00 Uhr

Eutin Eine technische Revolution wartet mit den 27. Internationalen Orgelwochen „Contra-Punkte“ in der St.-Michaelis-Kirche auf: Die fünf Organisten, die im August und September (immer mittwochs ab 20 Uhr) Konzerte geben, werden gefilmt und auf einer großen Leinwand im Kirchen-Chor für die Konzertbesucher zu sehen sein. Neu ist außerdem, dass die Kirchenmusik an Michaelis eine eigene Internetseite bekommen hat.

Er sehe die Übertragung der Künstler bei der Arbeit durchaus mit gemischten Gefühlen, sagt Martin West, Kirchenmusikdirektor, der seit 27 Jahren  jedes Jahr international renommierte Kollegen wie auch außergewöhnliche Talente zu den Orgelwochen an die Metzler-Orgel holt. „Orgelkonzerte sind die einzigen, bei denen die Musik wirklich im Mittelpunkt steht, bei denen der Zuhörer allein den Raum als visuelles Element und sonst nur die Musik hat.“

Andererseits könne er natürlich verstehen, dass die „Arbeit“ eines Musikers mit dem Instrument interessant sein könne, die Registrierung, die Arbeit mit den Füßen. „Ich will mich dem nicht sperren. Wir versuchen es, wenn es gut ankommt, machen wir das weiter“, sagt West zur Videoübertragung.

Beim Blick auf das Programm der 27. Contra-Punkte stellt West fest, das es wie üblich mit einem Festgottesdienst eröffnet werde. Der falle leider am Sonntag, 17. August, um 10.30 Uhr mit dem Stadtfest zusammen. Mit vier Gesangssolisten und der Kantorei wird die Messe in D des 18-jährigen Mozart aufgeführt.

In den folgenden fünf Wochen immer mittwochs gibt es die Orgelkonzerte. Eröffnet  wird der Reigen am 20. August von dem tschechisches Organisten Jan Doležel, der Bach und Schumann spielt. Am 27. August  folgt mit der 25-jährigen Johanna Soller aus München ein herausragendes Nachwuchstalent, sie hat Werke von Bach, Mozart und Mendelssohn im Programm.

Ohne Noten reist dagegen der Stuttgarter Johannes Mayr am 3. September an: Zum zweiten Mal in der Geschichte der Internationalen Orgelwochen gibt es Improvisationskonzert. Im ersten Teil wird er,  wie West erklärt, Improvisationen über Bilder spielen. Im zweiten Teil sind Zuhörer aufgefordert, Wünsche zu äußeren, die der Meister in eigene Improvisationen wandelt.

Mit Pier Damiano Peretti kommt am 10. September  ein international renommierter Organist. Peretti, der 2002 und 2008 schon  in Eutin war, ist nach einigen Jahren als Orgelprofessor in Hannover seit 2009 an der Wiener Musikhochschule tätig. Peretti  wird  zeitgenössische Orgelmusik in Kontrast zu Werken von Buxtehude, Bach und Muffat setzen.

 Das abschließende Konzert  am 17. September gestaltet traditionell  der Hausorganist Martin West. Nach vielen Jahren hat er wieder einen ungewöhnlichen Partner eingeladen:  den Hamburger Jazz-Saxofonist Fiete Felsch. West spielt Werke der beiden Lübecker Marienorganisten Franz Tunder und dessen Nachfolger Dieterich Buxtehude, Felsch wird dazu improvisieren. West: „Ich bin sehr gespannt, wie das Saxophon in der neuen Akustik der Kirche klingen wird. Denn die hat sich mit der Restaurierung verändert.“

Achim Krauskopf

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