Jobcenter Ostholstein : Optimismus zum Amtsantritt

Der Geschäftsführer des Jobcenters Ostholstein, Karsten Marzian, erhält Vorschusslorbeeren für regionale und fachliche Kompetenz.

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02. Februar 2011, 10:20 Uhr

Eutin | Er ist der richtige Mann am richtigen Ort, davon zeigten sich Ostholsteins Landrat Reinhard Sager und Wolfgang Werner, Chef der Arbeitsagentur Lübeck überzeugt. Gemeinsam stellten sie gestern Vormittag Karsten Marzian an dessen erstem Arbeitstag an seiner neuen Wirkungsstätte als Geschäftsführer des Jobcenters Ostholstein vor und zeigten sich angesichts der Personalentscheidung optimistisch zur Leistungsfähigkeit des Jobcenters.

"Karsten Marzian kennt die Strukturen im Kreis Ostholstein, besonders darauf gründet sich unser Optimismus", erklärte Sager, nachdem Wolfgang Werner bereits die Qualifikation Mar zians hervorgehoben hatte: "Er kann die örtliche Verbundenheit gepaart mit Kenntnis der Bundesinstrumente der Arbeitsagentur zum Wohle der Region einsetzen."

Die örtliche Verbundenheit resultiert nicht nur aus dem beruflichen Werdegang des 48-Jährigen, sie wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Geboren in Oldenburg, begann er nach dem Schulabschluss eine Ausbildung zum Verwaltungsangestellten beim Kreis Ostholstein, um anschließend Volkswirtschaft in Kiel zu studieren. Danach war er Pressesprecher des damaligen Landesarbeitsamts Nord in Kiel und dort bis 1999 Referatsleiter. Anschließend leitete er die Berufsberatung der Arbeitsagentur Lübeck und wurde 2004 "Geschäftsführer Operativ" der Agentur für Arbeit in Lübeck.

Die Trägerversammlung des Jobcenters hatte Marzian am 24. Januar entsprechend der Grundlagenvereinbarung zwischen Kreis und Arbeitsagentur auf deren Vorschlag für zunächst fünf Jahre zum Leiter des Jobcenters bestimmt (wir berichteten). Die Arbeitsagentur hatte die Stelle bundesweit ausgeschrieben, Marzian setzte sich gegen einen Mitbewerber durch. Das Jobcenter führt die Aufgaben der Arge fort. Deren Leiter, Hans-Ulrich Linder, arbeitet jetzt als Bereichsleiter im Jobcenter.

Einen seiner Arbeitsschwerpunkte sieht Marzian in "einzelbetrieblichen Umschulungen". Diese seien in der Vergangenheit zurückhaltend eingesetzt worden, weil befürchtet worden sei, diese könnten zu Lasten von Ausbildungsplätzen gehen. Mittlerweile gelte dies aber nicht mehr, weil es nicht mehr genügend Bewerber gebe. Ganz oben auf der Agenda steht für Marzian das Thema Feste Belt-Querung. Gespräche mit Bürgermeistern und führenden Mitarbeitern der fünf Geschäftsstellen des Jobcenters in Eutin, Oldenburg (mit Außenstelle Fehmarn), Neustadt, Timmendorfer Strand und Bad Schwartau zu diesem Thema seien bereits geplant. "Wichtig ist, dass örtliche Verantwortliche Beschäftigungschancen der Festen Belt-Querung sehen", sagte Marzian, der auf eine "Aufbruchstimmung" im Kreis Ostholstein hofft. Es gebe große Chancen auf dem Arbeitsmarkt, nicht nur während der Bauphase.

Ein Ziel, das Marzian längerfristig gerne verwirklicht sehen würde, ist die räumliche Vereinigung der Sozialleistungsträger in Eutin, Oldenburg und Neustadt. Dann könne es Jobcenter, Arbeitsagentur und Grundsicherung an einer Stelle geben, sagte Marzian. Derzeit sind die 181 Mitarbeiter des Jobcenters (158 Planstellen) für knapp über 14 000 Personen in sogenannten Bedarfsgemeinschaften zuständig - vom Langzeitarbeitslosen über Aufstocker, deren Lohn unter Hartz-IV-Niveau liegt, bis zum Kleinkind. Davon waren im Januar 4825 arbeitslos gemeldet.

Karsten Marzian lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen (10 und 15) in Oldenburg, wo er für die CDU auch ehrenamtlich in der Stadtverordnetenversammlung sitzt. Zu seinen Hobbys zählt Marzian die Betreuung des Gildemuseums (im Wallmuseum) sowie Ahnenforschung und Heimatkunde.

Besonders viel Zeit hatte er dafür in den vergangenen Jahren allerdings nicht. Daran wird sich wohl so schnell nichts ändern.

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