Optimismus bei Sparkasse

Die Sparkasse Holstein bleibt auf Wachstumspfad: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres hat sie nach eigenen Angaben bereits 19 Millionen Euro Gewinn vor Bewertung erwirtschaftet. Zugleich weitete sie ihr Kreditgeschäft erneut deutlich aus.

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30. Juli 2009, 09:56 Uhr

Eutin/ | "Die Sparkasse Holstein erweist sich als Stabilitätsanker für die Region und setzt damit positive Impulse im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld." So bewertete der Vorstandsvorsitzende Dr. Martin Lüdiger die Zahlen seines Geldinstituts fürs erste Halbjahr 2009.

Das bisherige Betriebsergebnis vor Bewertung bezifferte er mit 19 Millionen Euro. Zum Vergleich: Für 2008 lag das im Februar veröffentlichte Betriebsergebnis vor Bewertung bei rund 50 Millionen Euro; als Bilanzgewinn wurden aber nur 5,1 Millionen Euro ausgeweisen, über die Hälfte weniger als für 2007.

Dazu hatte Lüdiger damals erklärt, dass die Sparkasse ihre Eigenanlagen streng nach dem Niederstwertprinzip berechnet habe. Und dass er zuversichtlich sei, "einiges von den Wertverlusten doch noch wiederzusehen." Das ist in Sachen Beteiligung an der HSH Nordbank zwar noch in weiter Ferne, doch in anderen Fällen trog die Hoffnung offensichtlich nicht. Lüdiger: "Durch den bewusst niedrigen Wertansatz der Wertpapieranlagen zum Jahreswechsel sind hier bereits wieder Buchgewinne zu verzeichnen."

Als planmäßig bezeichnete er die Einstellung von 7,8 Millionen Euro im ersten Halbjahr für die Risikovorsorge im Kreditgeschäft. Das bleibe bei der Sparkasse Holstein im Aufwind: Mit einer Steigerung um 100 Millionen Euro, netto ein Plus von 2,6 Prozent, sei erstmals die Vier-Milliarden-Marke beim Kreditvolumen überschritten worden.

"Durch die steigende Kreditvergabe haben wir diese für unser Haus wahrhaft historische Marke geknackt. Wir stellen damit unter Beweis, dass wir in unserer Region tatsächlich aktiv gegen die nach Meinung einiger Experten bundesweit drohende Kreditklemme arbeiten", betonte der Sparkassenchef.

Die Firmenkunden erhielten seinen Angaben zufolge im ersten Halbjahr 251 Millionen Euro neue Kredite. Dies entspreche einem Anstieg von rund 60 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr des vorigen Jahres.

Zudem entwickele sich auch das Kundengeschäft weiterhin positiv. So seien die Einlagen in den ersten sechs Monaten um 2,5 Prozent oder 87,5 Millionen Euro gestiegen; ebenso seien in diesem Zeitraum 4.443 neue Privatgirokonten eröffnet worden.

Allerdings sehe die Sparkasse Holstein auch, dass sich die wirtschaftlichen Aussichten einiger Unternehmen und damit deren Ratings verschlechterten - was die Ausfallrisiken im Kreditgeschäft erhöht. Dabei sei Hamburg als Export- und Hafenstadt am deutlichsten von der Wirtschaftskrise betroffen. Lüdiger: "Stormarn liegt durch die vorwiegend mittelständisch geprägte Wirtschaft im Mittelfeld; Ostholstein ist wegen seiner stark auf Tourismus und Dienstleistungen ausgerichteten Wirtschaft am wenigsten betroffen."

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