Eutiner Festspiele : Oper soll nächstes Jahr nur zwei Werke bieten

Heinz-Dieter Sense
Heinz-Dieter Sense

Vier Stunden vor der Premiere der „Großherzogin von Gerolstein“ gab Intendant Heinz-Dieter Sense seinen Spielplan für 2010 bekannt.

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13. Juli 2009, 11:41 Uhr

Danach wird es nächstes Jahr mit dem "Freischütz" und der Verdi-Oper "La Traviata" nur zwei Inszenierungen geben. Es wird die 60. Spielzeit, zu der Sense den in Eutin geborenen Komponisten Carl-Maria von Weber in den Fokus rücken möchte. Neben einer Inszenierung der Oper "Der Freischütz", die auch 1951 bei der Gründung der Eutiner Oper aufgeführt wurde, hätte er gerne ein weiteres Weber-Werk ins Programm genommen, vor allem die Oper "Oberon", sagte Sense. Doch Recherchen hätten ergeben, dass doppelte Besetzungen nicht möglich gewesen wären, es bei einem Ausfall also keinen Ersatz gegeben hätte. "Das war mir dann doch zu heiß."
Vor diesem Hintergrund habe er wieder in das Fach der italienischen Oper gegriffen und sich für "La Traviata" entschieden, in der neben der Agathe im "Freischütz" ebenfalls eine starke Frau eine tragende Rolle spiele. Außerdem werde es nächstes Jahr wieder drei Gala-Abende geben und vier Aufführungen einer Kinderoper. Das Stück sei allerdings noch nicht ausgewählt.
"Beim Freischütz wollen wir mehr mit der Natur spielen"
Mit Blick auf die 60. Spielzeit plane er zudem am 11. Juni, also zum Beginn der Probenzeit, ein Festkonzert. Das solle ein Wiedersehen werden mit vielen Sängern, die einst auf dem grünen Hügel in Eutin gestanden und mittlerweile Karriere gemacht haben.
Der vom 17. Juli (Freischütz-Premiere) bis 29. August 2010 (letzter Gala-Abend) reichende Opernspielplan enthalte zeitliche Lücken, die sowohl vom Schleswig-Holstein Musikfestival genutzt werden könnten als auch für eine Wiederaufnahme aus der 59. Spielzeit. Die sei noch nicht ausgeschlossen, eine Entscheidung darüber werde auch vom Verlauf der aktuellen Saison beeinflusst. Der Intendant kündigte außerdem mit Blick auf das nächste Jahr an, dass er mit höheren Ausgaben für die Bühnentechnik rechne: "Beim Freischütz wollen wir mehr mit der Natur spielen, das bedeutet, dass wir für die Kulisse der ,Traviata‘ einen höheren Aufwand an Bühnentechnik treiben müssen."
"Die Qualität muss noch mehr gesteigert werden."
Und in Hinsicht auf das leidige Thema Geld merkte Sense an: "Die diesjährige Spielzeit wird sehr vom Wetter abhängen." Das werde sich aber auch bei kommenden Spielzeiten nicht ändern, deshalb müsse es Überlegungen für ein Risikopolster geben. "Dieses Risiko kann ich nicht aus dem Eintritt finanzieren."
Der Intendant hegt einen weiteren Wunsch: Wenn die Eutiner Festspiele nach dem erreichten Qualitätssprung, der vor allem aus dem Berufschor resultiere, weitere Verbesserungen erfahren sollen, dann müsse etwas baulich am Orchestergraben geschehen. Sense: "Ich weiß, dass die Zeit schlecht ist, mit Politikern über zusätzliches Geld zu sprechen, aber wenn die Festspiele konkurrenzfähig bleiben sollen, muss die Qualität noch mehr gesteigert werden."
Die aktuelle Opernsaison wurde am Sonnabend von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen eröffnet. Die erste Auführung der Operette „Die Großherzogin von Gerolstein“ wurde von trockenem, über weite Teile sogar sonnigem Wetter begleitet.

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