Online-Portal informiert: Wo werden Windmüller ihren Strom los?

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06. November 2013, 00:31 Uhr

Damit ist Schleswig-Holstein bundesweit Vorreiter: Die Schleswig-Holstein Netz AG hat im Juni dieses Jahres ein Online-Portal in Betrieb genommen, das über den Stand des Netzausbaus im ganzen Land informiert. Damit ließen sich Netzengpässe frühzeitig erkennen und der Bedarf des regionalen Netzausbaus konkret nachvollziehen, erklärte Udo Bottländer, Vorstand der Eon-Hanse AG, die zusammen mit 200 schleswig-holsteinischen Kommunen an der Schleswig-Holstein Netz AG beteiligt ist. Das Unternehmen veranstaltete gestern ein Regionalforum Energie, an dem Bürgermeister und Kommunalpolitiker teilnahmen.

„Mit diesem Internet-Portal zeigen wir, wo heute schon Anschlusspunkte für neue Windkraftanlagen sind“, erklärte Bottländer. Hier sei für jeden einsehbar, wann wie viele Anlagen angeschlossen werden könnten. Interessierte könnten sich per Maus-Klick die aktuelle und künftige Auslastung des für sie wichtigen Anschlusspunktes am Stromnetz anzeigen lassen. Auf einer Engpasskarte sei abzulesen, wo noch mit Einschränkungen zu rechnen sei. In die ständig aktualisierte Datenbank flössen auch die Planungseinschätzungen des Netzbetreibers Tennet sowie des Landesenergiewendeministeriums ein.

Derzeit rechnen die Netzbetreiber in Schleswig-Holstein mit rund 3500 Megawatt zusätzlicher Leistung und mehr als 1000 neuen Windkraftanlagen, die nach der Ausweisung neuer Eignungsflächen im Land in den nächsten Jahren ans Stromnetz anzuschließen sind. In Ostholstein bremsen derzeit allerdings nicht nur die fehlende Ostküstenleitung (siehe Titelseite), sondern auch Einsprüche der Flugsicherung den Windkraft-Ausbau, wie Landrat Reinhard Sager beklagte.

Im September dieses Jahres speisten im Kreis Ostholstein bereits über 2700 Anlagen regenerativ erzeugten Strom in das Netz der Schleswig-Holstein Netz AG ein. Den Schwerpunkt bildet dabei die Fotovoltaik mit etwa 2480 Anlagen vor Windkraft sowie Biogasanlagen und Deponiegas-Blockheizkraftwerken. Die angeschlossene Leistung der regenerativ arbeitenden Anlagen im Kreisgebiet beträgt etwa 390 Megawatt. Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2020 rund 1500 Megawatt Leistung installiert sein wird.

Landrat Sager sprach von rund 650 Windrädern als Ausbauziel für Ostholstein. Damit wären 2,5 Prozent der Kreisfläche, entsprechend 3500 Hektar, für die Windkraft reserviert. Damit könne eine Leistung von einem Gigawatt installiert werden. Das entspreche immerhin einem Großkraftwerk.


> Die Web-Adresse des Online-Portals der Schleswig-Holstein Netz AG lautet „www.sh-netz.com/netz/

netzausbau/planung/“.

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