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ZDF-Serie aus SH : Online-Petition: Neustädter kämpft für seine „Küstenwache“

vom
Aus der Onlineredaktion

Mit der 17. Staffel legt das ZDF die Vorabendserie „Küstenwache“ für immer auf Anker. Jürgen Plötzner nutzt die Mittel des Internets, um die seit einem Jahr feststehende Entscheidung doch noch abzuwenden.

shz.de von
erstellt am 30.Jun.2015 | 18:22 Uhr

Neustadt | „Wir werden alles versuchen, um die Serie ‚Küstenwache’ zu retten, gegen diese Entscheidung muss protestiert werden!“, sagt Jürgen Plötzner. Seit zehn Jahren betreibt der Neustädter die liebevoll geführte Fanpage „kuestenwache.net“, die sich mit allem beschäftigt, was vordergründig und hintergründig mit der fast ganzjährig ausgestrahlten ZDF-Fernsehserie zu tun hat. Mit zwei von ihm gestarteten Online-Petitionen auf „OpenPetition.de“ und der Facebook-Gruppe „ZDF Küstenwache darf nicht abgesetzt werden“ versucht er, den Mainzer Sender zu einer Abkehr von der Entscheidung zu drängen, die in Ostholstein gedrehte Serie nach 18 Jahren einzustampfen.

Anfang 2016 will das „Zweite“ die Crew der „Bundespolizei See“ nämlich in Rente schicken. Somit wird wieder eine langlaufende Serie aus Schleswig-Holstein abgewickelt. Nach Ausstrahlung der 17. Staffel soll sie dasselbe Schicksal wie zuvor den „Landarzt" ereilen, der Vertrag mit der Produktionsfirma wird nicht verlängert. Dabei vermögen es die persönlichen Schicksale um die Besatzung des im Ostseegebiet patrouillierenden Küstenwachschiffes „Albatros II“ seit der Pilotsendung 1997, durchschnittlich vier Millionen Menschen vor den Fernsehgeräten zu versammeln, mit einem auf dem schwierigen Vorabend-Sendeplatz respektablen Marktanteil von 13 -15 Prozent, sagt Plötzner.

Unverständlich sei daher die Entscheidung von ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler, der mit modernem Konzept das Programm „verjüngern“ wolle. Er beziehe die Zuschauer in diese Planungen aber überhaupt nicht ein, was vor allem zu Lasten der Älteren geschehe: „Für die Fans der Serie ist es nicht nachzuvollziehen, warum langjährige und erfolgreiche Serien mit Kultstatus aus dem Programm genommen werden und durch neue Formate ersetzt werden sollen, ohne das GEZ zahlende Publikum mit einzubeziehen, was im übertragenem Sinne der Arbeitgeber der öffentlich/rechtlichen Fernsehanstalten ist“, so Plötzner.

Die Verjüngungskur stehe im offenen Gegensatz einer alternden Gesellschaft, fügt er hinzu. Mit solchen Plänen verabschiede sich das ZDF in Richtung „Pöbel-TV“, heißt es in der Petition, wo bleibe da die Berücksichtigung des intelligenten Publikums?

Auch wenn Plötzners Aktionen nicht von Erfolg gekrönt werden: kuestenwache.net wird es weiter geben, das versichtert er den Fans schriftlich auf der Seite. Wenigstens im Internet solle die Serie am Leben erhalten werden.

Die Serie, die den Sendeplatz am Mittwoch um 19.25 Uhr einnimmt, ist bereits gefunden: Der Regio-Krimi „Kripo Holstein“ wird ebenfalls von der Firma „Opal“ produziert und teilweise an denselben Orten gedreht – wenngleich mehr an Land. Bereits im Herbst werden auf dem Mittwochs-Sendeplatz 15 neue Folgen gezeigt.

Für die Region Neustadt ist die Serie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Jedes Jahr kommen Urlauber aus dem gesamten Bundesgebiet, um sich die Kulissen anzuschauen. Das ZDF-Küstenwache Studio 1 in Neustadt am Hafen kann seit 2003 zu bestimmten Zeiten besichtigt werden. Tausende kommen in jedem Jahr, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

 

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