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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2017 | 09:14 Uhr

Ometepe: Eine Insel mit zwei Bergen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 27.Jan.2016 | 14:18 Uhr

Nicaragua ist, wie ich schon erwähnte, vielseitig. Im Norden sehr bergig, im Süden Regenwald, das Ganze von zwei Ozeanküsten begrenzt. Mitten im Land findet sich eine weitere Wassermasse, der Nicaragua-See. In diesem See liegt die Vulkaninsel Ometepe, der ich mich heute widmen möchte.

Schon am Hafen von San Jorge sichtbar, ragen zwei riesige Vulkane, aus denen Ometepe besteht, in den Himmel. Der einfachste Weg auf die Insel ist eine knapp zweistündige Bootsfahrt von San Jorge nach Moyogalpa, dem zweitgrößten Ort auf Ometepe.

Der Name der Insel stammt aus der Sprache der Azteken und bedeutet „zwei Berge“. Sie besteht aus den beiden Vulcanen Concep-ción und Maderas, die durch eine Brücke aus erloschenem Vulkangestein verbunden sind.

Die Insel ist sehr vielseitig und zählt zu den von Touristen beliebtesten Zielen Nicaraguas. Da ich selbst die anderen Orte nur von Fotos kenne, werde ich mich auf die Vulkane beschränken, die ich beide bestiegen habe.

Unser erstes Ziel war der größere der beiden Berge, der Concepción. Er bildet einen fast perfekten Kegel, auch wenn die Spitze oft von Wolken eingehüllt ist. Sie sind manchmal schwer von dem wenigen Rauch, der dem Erdinneren entweicht, zu unterscheiden. Mit knapp 1700 Metern ist er der zweitgrößte Vulkan Nicaraguas und nur geringfügig größer als unser Bungsberg mit seinen 167 Metern. Offiziell ist dieser Vulkan nur mit einem Führer zu besteigen.

Zuerst geht es noch zwischen Feldern langsam bergan, aber wenn es bergauf geht, dann richtig. Da Vulkangestein sehr fruchtbar ist, ist die Fauna sehr vielseitig und üppig. Man kommt an Kaffeepflanzen und riesigen Bäumen vorbei und wenn man Glück hat, kann man in ihnen Brüllaffen beobachten oder sie zumindest hören.

Nach ungefähr 1100 Metern verlässt man den Wald und tritt ins Freie. Hier erhält man einen wunderschönen Blick über die Insel und
den Nicaragua-See. Nachdem man den Ausblick genossen hat, wird es noch steiler und noch anstrengender. Nicht lange, und man betritt eine Mondlandschaft.

Hier wächst nichts mehr, es gibt nur noch loses Geröll und Vulkangestein und bald ist man in den Wolken und sieht nur noch 30 Meter weit. Hier fühlt man sich, als hätte man gerade einen anderen Planeten betreten, eben noch umgeben von Grün, jetzt nur noch von grauem Gestein und weißem Nebel.

Ganz bis zur Spitze haben wir es nicht geschafft, weil wir zu spät am Tag losgegangen sind. Um 17 Uhr wird es langsam kritisch, da die Sonne untergeht und niemand möchte dann auf dem Vulkan oder im Wald gefangen sein. Aber irgendwann werde ich nochmal ganz bis zur Spitze gehen.

Ein paar Tage später ging es dann auf den kleineren der beiden Vulkane, den Maderas, der immerhin fast 1400 Meter hoch ist. Wie auch bei seinem größeren Bruder läuft man erst einmal durch Felder und kommt danach in einen Wald. Allerdings hört dieser nicht auf. Irgendwann ist man in den Wolken, Nebel umhüllt alles. Mit den großen und hohen Bäumen wirkt die gesamte Szenerie wie in einem Märchenwald.

Der Aufstieg wird nicht schwer, weil es steil, sondern weil alles rutschig, feucht und schlammig ist. So kämpft man sich Stück für Stück hinauf, teilweise auf allen Vieren, um dann oben am Vulkankrater, an der Spitze, einen wunderschönen Ausblick auf die Nebellandschaft in einem Umkreis von 50 Metern zu haben. Aber wegen des – nicht vorhandenen – Ausblicks möchte man gar nicht diesen Vulkan besteigen, und so geht es jetzt hinunter. Nur nicht den gleichen Weg zurück, sondern in den Vulkankrater. Hier finden wir innerhalb des erloschenen Vulkans eine Lagune, einen kleinen See vor, der allerdigs wie alles hier auch von Nebel eingehüllt wird. Hier ist es gespenstisch ruhig.

Die Insel Ometepe im Nicaragua-See hat landschaftlich viel zu bieten. Neben den beiden Vulkanen gehören ein Wasserfall, eine paradiesische Lagune und viele verschiedene Strände zu den touristischen Zielen. An den Stränden reicht das Spektrum von schwarzem Sand aus Vulkangestein bis zu weißem Sand wie in der Karibik.

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