Malente : Oliver Nöring: "Ich weiß, dass die Fußstapfen sehr groß sind"

Herlich Marie Todsen-Reese gratulierte ihrem Nachfolger Oliver Nöring zur Wahl.
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Herlich Marie Todsen-Reese gratulierte ihrem Nachfolger Oliver Nöring zur Wahl.

Nach 18 Jahren wählte die Malenter CDU einen Nachfolger für Herlich Marie Todsen-Reese, die zur Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.

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26. November 2009, 10:16 Uhr

Mutmachen sieht anders aus: Der neue Vorsitzende war noch gar nicht gewählt, da beschwor Gudrun Kruse, die als Vertreterin der Kreis-CDU gekommen war, schon die Herkulesaufgabe, die Oliver Nöring als Nachfolger von Herlich Marie Todsen-Reese bevorstehe: "Es wird schwer werden für den neuen Vorsitzenden." Er müsse seinen eigenen Stil finden.

Dass der 37-Jährige aus Krummsee noch nicht alle Mitglieder von seinen Qualitäten überzeugt hat, machte das Wahlergebnis deutlich: Nöring kassierte immerhin sechs Gegenstimmen, 33 von 40 anwesenden Mitgliedern stimmten in geheimer Wahl für ihn, ein Mitglied enthielt sich. "Ich weiß, dass die Fußstapfen sehr groß sind", hatte der selbstständige Finanzberater, der bei einem Kreditinstitut in Neustadt arbeitet, zuvor erklärt. Sein Ziel werde sein, aus dem neuen Vorstand schnell eine schlagkräftige Truppe zu machen. Zudem wolle er Vorstand und Fraktion enger verzahnen. Die Voraussetzungen dafür sind gut, denn anders als die Landtagsabgeordnete Herlich Marie Todsen-Reese gehört Nöring sowohl Vorstand als auch Fraktion an.
Nun ist er nicht nur CDU-Mitglied, sondern gleich im Vorstand
Zu Nörings Stellvertreter bestimmten die Mitglieder Jörg Wiese, Schriftführer ist Jürgen Gutzmann, Pressesprecher Peter Blenski. Eine kleine Überraschung gab es bei der Wahl der Beisitzer. Zu ihnen gehört auch Jörg Graage. Der Landwirt kam überhaupt erst durch sein Projekt einer Biogas-Anlage mit der Kommunalpolitik in Berührung. Nun ist er nicht nur CDU-Mitglied, sondern gleich im Vorstand. Weitere Beisitzer sind Jörg Ehrich, Rainer Geerdts, Ellen Heesch, Melanie Meisenbach, Dirk Oswald, Carl Alexander Struck und Silvia Wolf.

Eine dicke Überraschung hatten die Vorstandkollegen für ihre Chefin parat, noch bevor Oliver Nöring gewählt war. Per Akklamation ließ Edwin Strehler Herlich Marie Todsen-Reese von der Versammlung zur Ehrenvorsitzenden wählen. Die solchermaßen Geehrte zeigte sich schwer überrascht: "Wer war das? Dass ihr einfach so etwas macht, ohne dass ich das mitkriege", las sie den "Übeltätern" mit einem Augenzwinkern die Leviten.
"Dann kann mich gerne auch mal einer knuffen"
Zuvor hatte sie auf ihre 18-jährige Tätigkeit als Malenter Ortsvorsitzende geblickt: "Wir haben uns auch mal gefetzt. Aber Reibung erzeugt Wärme, und dann kommt da auch etwas Gutes raus." Wichtig sei gewesen, dass man sich intern und nicht in der Öffentlichkeit gestritten habe. Eines legte sie den Verantwortlichen ans Herz: "Freundschaft darf über einen Konflikt nicht über die Wupper gehen."

Wenn sie auch den Vorsatz befolge, dass man gehen solle, wenn es am schönsten sei, falle ihr der Rückzug vom Vorsitz nicht leicht, räumte die 57-Jährige ein. Sie fühle sich noch verantwortlich für den derzeit 91 Mitglieder starken Ortsverband. Doch zur Verantwortung gehöre auch, dass man zur rechten Zeit sagt: ,Es ist gut, dass neue Kräfte da sind." Der Zeitpunkt sei gut gewählt: "Wir haben vier Jahre ohne Wahlkampf, die neue Mannschaft kann sich warmlaufen." Im übrigen gelte nicht das Hape-Kerkeling-Motto "Ich bin dann mal weg". Sie habe immer noch Spaß an der Politik, stellte Herlich Marie Todsen-Reese auch mit Blick auf ihr Landtagsmandat klar. Über Gebühr einmischen wolle sie sich jedoch nicht: "Dann kann mich gerne auch mal einer knuffen, wenn ich mich nicht zurücknehme."
"Das wird eine Menge Geld kosten"
In Berichten von Fraktionschef Wolfgang Kienle, dem Kreistagsabgeordneten Manfred Jöhnk und Bürgermeister Michael Koch spielte neben der allgemeinen Finanznot die Absicht der Gemeinde eine Rolle, in der Kinderbetreuung Verantwortung zu übernehmen: "Den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für unter Dreijährige ab 2013 wollen wir schon vorher umsetzen", erklärte Koch, warnte aber auch: "Das wird eine Menge Geld kosten."

Letzte Amtshandlung von Herlich Marie Todsen-Reese waren Ehrungen: Urkunden überreichte sie für 40-jährige Mitgliedschaft an Horst Waack, Reinhard Locker, Gustav Schwien und Ludwig Rückheim, für 25-jährige Mitgliedschaft an Gerd Fritzke sowie Eike und Peter Weihermüller.

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