Bürger-Stiftung Ostholstein : "Ohne uns wäre der Kreis ärmer dran"

Präsentierten stolz ihre Jahresbilanz (v.l.): Jens Teichert, Manfred Rath und Susanne Bimberg.  Foto: Norden
Präsentierten stolz ihre Jahresbilanz (v.l.): Jens Teichert, Manfred Rath und Susanne Bimberg. Foto: Norden

Das Stiftungswesen blüht. Der Vorsitzende der Bürger-Stiftung Ostholstein, Jens Teichert, zog gestern in der Hofapotheke eine positive Jahresbilanz.

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09. März 2012, 12:11 Uhr

Eutin | "Wir haben 2011 die Millionengrenze im Stiftungskapital überschritten." Mit einem Plus von 468.000 Euro verfüge man nun über 1.233.000 Euro.

Die vor fünf Jahren gegründete Dachstiftung zählt mittlerweile 27 "Stiftungen in der Stiftung", so genannte Stiftungsfonds. Allein ihr Volumen erhöhte sich um 120 Prozent (um 398.000 Euro). "Das wäre vor fünf Jahren noch nicht denkbar gewesen", sagte Teichert stolz.
"Das ist eine ideale Aufgabenteilung"

Die Basis für den Erfolg sieht er im Dachstiftungskonzept. Mit Geschäftsführer Jörg Schumacher habe man ein professionelles Stiftungsmanagement aufgebaut. "Es gibt einen Grund, warum sich immer weniger Menschen sozial engagieren: die zunehmende Bürokratie", erklärte Schumacher. Eben diese Arbeit nehme die Dachstiftung den Stiftern ab, so dass sie sich auf die Arbeit vor Ort konzentrieren können. "Das ist eine ideale Aufgabenteilung", findet auch Susanne Bimberg. Als Vorstandsmitglied der Dachstiftung engagierte sie sich in Neustadt bei der Gründung einer neuen regionalen Stiftung. Und auch in Ratekau haben sich 2011 engagierte Bürger zusammengetan, um etwas Konkretes für die Gegenwart und vor allem für die Zukunft zu tun. Schumacher dazu: "Die Menschen merken, wie leicht stiften geworden ist."

Die Einfachheit sei wichtig, weil die Bedeutung der Stiftung immer weiter wachse. "Ohne uns wäre der Kreis Ostholstein ärmer dran", stellte Teichert fest. Die öffentliche Hand gerate wegen der schlechten Haushaltssituation an ihre Grenzen und ziehe sich aus vielen Bereichen zurück. An Aufgaben mangelt es der Stiftung daher nicht. Besonders Kinder und ihre Eltern sollen unterstützt werden. Die Bürger-Stiftung Ostholstein gab im Jahr 2011 aus Erträgen und Zuwendungen fast 22.000 Euro für gemeinnützige Zwecke aus, weitere 16.000 Euro setzten die Stiftungsfonds ein.
"Viele Dinge brauchen nicht viel Geld, sondern engagierte Menschen"

Die unterstützten Aktivitäten konnten ausgebaut werden - vor allem die Förderung des Ehrenamtes durch Ehrenamt-Forum und Ehrenamt-Messe und das Projekt Elternbriefe. Letzteres ist laut Teichert ein echtes "Megaprojekt". Seit Mitte 2010 nimmt die Akzeptanz stetig zu; mittlerweile erhalten 330 Familien regelmäßig kostenlos einen Brief, in dem sie Informationen zum Entwicklungsstand ihres Kindes erhalten. Die Nachfrage geht über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus. Ziel der Stiftung ist es, bis Ende 2012 400 Abonnenten zu erreichen.

Ein weiteres Projekt stellte Manfred Rath vor: "Wir haben die Fahrbücherei inzwischen mehrfach beim Kauf von Büchern und ergänzenden Medien unterstützt." Die Kinder seien vom Angebot begeistert. Die Stiftung will auch hier weiter am Ball bleiben. Doch ohne Unterstützung ginge das nicht. Teichert dankte deshalb dem Zweckverband Ostholstein und der Sparkasse Holstein.

Doch das Finanzielle sei nicht alles: "Viele Dinge brauchen nicht viel Geld, sondern Menschen, die sich engagieren." Die Elternbriefe wären ohne die Hilfe der Sana-Klinken, der Hebammen, den Standesämtern und den Familienzentren nicht so erfolgreich geworden, sagte Teichert.

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