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Ostholsteiner Anzeiger

24. August 2017 | 09:02 Uhr

„Ohne Sie geht keine Schule“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Waltraud Wende steht zurzeit im Kreuzfeuer der Kritik. Gestern begrüßte die Bildungsministerin in Pönitz junge Lehrer

Es war keine Flucht vor der Kritik, in der sie zurzeit steht, aber dennoch die Chance in einem positiven Licht dazustehen. Knapp eine Woche vor der Sondersitzung des schleswig-holsteinischen Landtags wegen der laufenden Ermittlungen gegen sie begrüßte Bildungsministerin Prof. Dr. Waltraud Wende im Rahmen ihrer Sommertour sieben neue Lehrer an der Grund- und Gemeinschaftsschule Pönitz.

Mit ihrer Tour möchte Wende „einer bislang in Schleswig-Holstein einmaligen Anstrengung gegen den Unterrichtsausfall ein Gesicht geben“, hieß es in der Einladung; 36,4 Millionen Euro für die Bildung, 228 Lehrerstellen mehr als zunächst geplant allein in diesem Jahr, 728 Lehrerstellen insgesamt bis zum Jahr 2017.

Wende traf in Pönitz auf sieben junge Lehrer, deren Einstellung zum Bildungssystem zweigeteilt ist. Vier von ihnen sind überglücklich, eine Planstelle an der Pönitzer Schule ergattert zu haben. Die restlichen Drei hangeln sich jedoch wie viele ihrer Kollegen von befristetem Vertrag zu befristetem Vertrag. Zwei der Nachwuchs-Lehrer wissen nur, dass sie nur vier Monate in Pönitz arbeiten werden. Wie es für sie nach Weihnachten weitergeht, stehe in den Sternen, sagte ein junger Lehrer und Vater zweier kleiner Kinder hinter vorgehaltener Hand.

Der Wunsch nach Planungssicherheit besteht aber nicht nur auf Seiten der jungen und motivierten Lehrer. Waltraud Wende hörte auch von Schulleiter Peter Schultalbers, Chef über fast 700 Schüler und 55 Lehrer, dass er sich Planungssicherheit wünsche. Im kommenden Jahr würde es zu Pensionierungen an der Schule kommen, so Schultalbers. Wende konnte dem Schulleiter zusichern, dass bereits fest eingeplant sei, zweieinhalb Stellen in Pönitz wieder zu besetzen. An die jungen Lehrer richtete Wende versöhnliche Worte. „Ich fühle mich in ihre Situation ein“, sagte die Ministerin, nachdem ihr die jeweiligen Ausbildungswege mit ihren Höhen und Tiefen geschildert worden waren. „Ihr Einsatz wird wertgeschätzt. Ohne Sie geht keine Schule“, so Wende.

Die jungen Lehrer nutzten ihre Chance und machten noch weitere Verbesserungsvorschläge – ob nun im Zusammenhang mit der länderübergreifenden Anerkennung von Abschlüssen oder bei Problemen mit dem Verwaltungsapparat.

Wende ist noch bis zum 4. September auf Tour durch die Kreise und kreisfreien Städte. Dann muss sich die Ministerin anderes anhören: die Ergebnisse der Sondersitzung des Landtages.

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erstellt am 29.Aug.2014 | 11:25 Uhr

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