Helge Timmerberg : Ohne Gitarre, aber mit Krokodil

Noch vor dem offiziellen Beginn seiner Lesereise war Autor Helge Timmerberg in Eutin zu Gast. Foto: crs
Noch vor dem offiziellen Beginn seiner Lesereise war Autor Helge Timmerberg in Eutin zu Gast. Foto: crs

Der Reiseschriftsteller Helge Timmerberg las in der Kreisbibliothek aus seinem gerade erschienenen Buch "African Queen".

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21. März 2012, 12:22 Uhr

Eutin | Helge Timmerberg lebte zwei Jahre in Havanna, sieben in Marrakesch und in seinem aktuellen Buch "African Queen" berichtet er von einer mehrere Monate dauernden Reise durch Afrika. Bei seiner Lesung in Eutin aber stieß der 60-Jährige an Grenzen. Und zwar an die des Internets.

Ursprünglich wollte der Autor nämlich eine Gitarre mitbringen. Da er für die aber einen eigenen Platz im Flugzeug hätte buchen müssen, bat er über Facebook um eine Leih-Gitarre. Vergeblich. Aber die rund 50 Zuhörer in der Kreisbibliothek schienen die fehlende Sangeseinlage nicht zu vermissen.
Gesten mit nur einer Hand

"African Queen" erschien erst vor wenigen Tagen, und in gewisser Weise seien die Eutiner eine Art Testpublikum für ihn, gestand Timmerberg zu Beginn seiner Lesung. Unsicher sei er aber aus einem anderen Grund: Bei dem Buch handele es sich um sein erstes längeres Werk. Seine früheren Bücher wie "Tiger fressen keine Yogis" oder "Der Jesus vom Sexshop" seien immer Erzähl-Sammlungen gewesen.

Nur - unsicher wirkt der Mann mit dem schulterlangen Haar und dem grauen Bart gar nicht. Eher entspannt, wie er da mit einem Glas Weißwein vor sich am Tisch sitzt. Ausschweifende Gesten begleiten seine Lesung. Gesten allerdings mit nur einer Hand, die andere hält das Buch. In dem berichtet der Reiseschriftsteller von seinem bisher größten Abenteuer. Nicht die Reise durch Afrika. Sondern, dass er diese Reise gemeinsam mit Lisa macht, der Frau, die er liebt. Lisa allerdings ist sehr viel jünger als Timmerberg und so plagen den gestandenen Mann diverse Eifersüchteleien. Lisa aber bemerkt gar nicht, was für ein schmucker Mann etwa ihr Chef auf einer Lodge in Mosambik ist. Aber auch mit der Angst vor einem alten Krokodil musste Timmerberg sich herumplagen. Obwohl er einen guten Rat bekam, wie man das Urzeittier besiegen könnte: Auf seinen Nacken setzen, ihm die Augen zuhalten und hoffen, dass es einschläft.

Am Ende des Abends ist Timmerberg erleichtert. "Die Atmosphäre hier hat mir gut gefallen." Erleichtert aber ist er auch über den Ausgang seines Afrika-Abenteuers. "Normalerweise stirbt bei Afrika-Liebesgeschichten immer einer. Oder die Liebe." Er und Lisa aber seien noch immer ein Paar.

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