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Zeitzeugen : „Ohne Eutin geht es einfach nicht“

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Heidrun Dallach hat ihre Kindheit hier verbracht und kommt immer noch gern zurück, um Bekannte zu treffen und in Erinnerungen zu schwelgen.

shz.de von
erstellt am 07.Nov.2015 | 18:00 Uhr

Eutin | Die Augen von Heidrun Dallach leuchten, wenn sie von den Erlebnissen ihrer Kindheit in Eutin berichtet. „Eutin spielte mit allen Winkeln und Ecken eine große Rolle in meinem Leben“, sagt die heute 70-Jährige ins kleine unauffällige Mikrofon. Die Weber-Schülerinnen Hannah Scholz (18) und Antje Biel (19) nehmen das Gespräch mit der Zeitzeugin auf, um spannende Geschichten für die geplanten Hörstationen auf dem Gelände der Landesgartenschau zu erfahren.

Heidrun Dallach ist auf der Flucht aus Ostpreußen in Kopenhagen geboren. 1948 ist sie mit ihren vier Geschwistern, der Großmutter und Mutter in die erste Wohnung in Eutin gezogen. „Ich kann mich noch genau daran erinnern, wir hatten ein sieben Quadratmeter großes Zimmer in der Weidestraße. Es war das Durchgangszimmer der Vermieter“, erzählt sie. Von dort zog sie in die Elisabethstraße und später schließlich an den hohen Berg.

„Was verbinden Sie mit Eutin?“, wollen die Gymnasiastinnen wissen. „Oh, sehr viel“, sagt Heidrun Dallach und lacht. Da ist das erste Treffen auf ihren Vater am Bahnhof, den sie noch gar nicht kannte; der Laternelauf aller Schulen zum Markt, das Treffen ihrer großen Liebe. Doch von vorn: „Ich muss etwa fünf Jahre alt gewesen sein. Der Eutiner See war zugefroren und Seiltänzer überquerten die Bucht. Das fand ich sehr beeindruckend. Überhaupt war der See früher oft zugefroren, denn ich bin auch später mit meinem Mann auf dem See Richtung Redderkrug spaziert.“ Sie sei sehr viel spazieren gegangen, habe sich fast täglich als junges Fräulein mit ihrem Mann im Bootshaus im Seepark getroffen. Von dort ging es dann in Richtung Schlosspark zum Liebestempel.

Wie haben sie sich kennengelernt? Sie lacht, bevor sie antwortet: „Alle Eutiner Mädchen wussten, dass die Beamten Mittwochnachmittag frei hatten und flanierten die Königstraße und Peterstraße rauf und runter, in der Hoffnung, einen netten jungen Mann zu treffen.“ Ihr Mann war damals Polizeischüler, es funkte bald. 1965 wurde Hochzeit gefeiert – erst im Rathaus, dann in der Michaeliskirche. Aus beruflichen Gründen zogen sie nach Raisdorf, wo sie noch heute wohnen. Eutin besucht sie regelmäßig. „Ohne Eutin geht es einfach nicht, wir lieben es alle.“ Auch die Liebe zu den Rosen teilt sie mit ihrem Mann. „Wir sammeln die schönsten in unserem Garten.“

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