PACT-Initiative : "Ohne eine Gesamtidee für Eutin klappt es nicht"

PACT-Kritiker: Berthold Brattig und Hans-Peter Klausberger (l.)
PACT-Kritiker: Berthold Brattig und Hans-Peter Klausberger (l.)

Eine Belebung der Innenstadt tut Not, sie kann aber in den Geschäftsstraßen nur auf der Basis eines überzeugenden Entwicklungskonzeptes gelingen.

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12. Oktober 2011, 11:04 Uhr

eutin | Auf diesen Nenner lassen sich die Gründe bringen, aus denen Hans-Peter Klausberger und Berthold Brattig, wie 38 anderen Eigentümer auch, gegen die PACT-Initiative zur Attraktivierung der Innenstadt stimmten.

Beide besitzen Geschäftshäuser am Markt und am Rosengarten. Und beide verstehen sich, wie sie im Gespräch mit dem OHA betonten, durchaus als im eigenen Geschäftsinteresse am Wohlergehen der Stadt interessierte Bürger. Dennoch hätten sie den von der Wirtschaftsvereinigung Eutin sowie dem Verband Haus und Grund unterstützten Maßnahmenkatalog für die PACT-Initiative abgelehnt.

Zur Erinnerung: Zusammen sollten die 81 Eigentümer von rund 150 Grundstücken rund um den Markt 100 000 Euro jährlich aufbringen, um damit Maßnahmen für Sauberkeit, Erscheinungsbild, Öffnungszeiten und Veranstaltungen zu finanzieren. Darum sollte sich ein für drei Jahre angestellter Stadtmanager kümmern; die Beiträge sollten nach dem Einheitswert der Grundstücke bemessen werden.

Diesen Umlageschlüssel hielt er nicht für gerecht, sagte Hans-Peter Klausberger. "Wir haben schon viel Geld für unser Gebäude am Markt investiert. Und wir zahlen für die Außengastronomie dort, machen da jeden Tag selber sauber. Warum soll ich da noch für einen Manager zahlen, der für Sauberkeit sorgen soll?" Er frage sich auch, wie der Manager einheitliche Ladenöffnungszeiten herbeiführen solle, wenn die WVE das nicht geschafft habe.

Berthold Brattig kritisierte, dass seine frühen Anregungen von der PACT-Initiativgruppe ignoriert worden seien. Die Interessenslagen in den verschiedenen "Quartieren" der Innenstadt seien unterschiedlich, im Rosengarten anders als in der Peterstraße. Deshalb müsse zuerst ein Gesamtkonzept entwickelt werden, das dann in "Modulen" stückweise umgesetzt werde. An dieser Gesamtidee mangele es bisher für Eutin; er hoffe, dass die Diskussionen für ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept dafür einiges in Bewegung setzten.

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