OGS: Christiane Weber möchte Kindern im Fuchsbau ein Zuhause bieten

OGS-Leiterin Christiane Weber hält stolz den neuen Namen des Hauses mit Niveen, Rita, Najah und Reem aus Syrien in die Kamera. Was die Mädchen am meisten an der OGS mögen? „Deutsch lernen und Hilfe bei den Hausaufgaben.“
OGS-Leiterin Christiane Weber hält stolz den neuen Namen des Hauses mit Niveen, Rita, Najah und Reem aus Syrien in die Kamera. Was die Mädchen am meisten an der OGS mögen? „Deutsch lernen und Hilfe bei den Hausaufgaben.“

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19. Dezember 2017, 00:14 Uhr

Fuchs-Kekse, Fuchs-Fensterbilder, Fuchs-Servietten: Vieles deutete gestern Nachmittag auf den neuen Namen der offenen Ganztagsschule (OGS) am Kleinen See hin, der feierlich enthüllt wurde. Das „rote Häuschen“ war den Mitarbeitern um OGS-Leiterin Christiane Weber zu anonym. „Wir wollen den Kindern ein Zuhause bieten, sie sollen sich wohl fühlen.“ Neben dem Konzept brauchte es dazu einen passenden Namen. „Die Kinder durften Vorschläge machen und da wir schon die Lernfüchse als Lerngruppe haben und das Gebäude rot ist, schien Fuchsbau am passendsten“, sagte Weber gestern.

Die OGS sei weit mehr als nur Hausaufgabenbetreuung, das machte Weber, die gelernte Lerntherapeutin ist und seit vier Jahren die OGS leitet, deutlich. „Sie wird von den Kindern aber auch von den Eltern gebraucht“, sagte Weber. Neben einem warmen Mittagsangebot gibt es für die, die nicht in der Mensa angemeldet sind, geschmierte Brötchen von der Tafel. Rückzugsräume, Spielorte, Entspannung, Sport, kreative Kurse, all das findet nach der Hausaufgabenbetreuung oder Lerngruppe statt. „Wir versuchen Werte zu vermitteln, die Zuhause vielleicht oft gar nicht mehr vermittelt werden“, sagte Weber. Als sie vor vier Jahren anfing, waren es 20 Kinder in zwei Differenzierungsräumen im Schulgebäude. Abschalten sei da schwer möglich gewesen. „Ich bin wirklich dankbar, dass wir dieses Gebäude seit gut einem Jahr haben“, sagte Weber. Heute kommen 40 Kinder in die OGS, die Hälfte von ihnen sind Flüchtlinge, die neben dem Hausaufgaben- und Kursangebot in erster Linie Deutsch lernen wollen, doch die sprachlichen Barrieren insbesondere zu den Eltern erschwere die Arbeit enorm. „Wir können nicht sagen, was ihr Kind kann, was es gemacht hat, was es üben sollte, weil wir oft gar nicht verstanden werden“, sagte Weber. Auch viele hyperaktive und lernbehinderte Kinder seien darunter, die ein hohes Maß an Zuwendung und Aufmerksamkeit benötigten. Umso größer war Webers Freude über den FSJ-ler Fabian Schlichting (20), der besonders für die Jungs seit diesem Schuljahr guter Ansprechpartner sei.

Ein Wunsch bleibt noch: „Kinder sind mein Leben, ich möchte das noch sehr lange machen, würde mich aber über eine bessere finanzielle Ausstattung freuen, die es erlaubt, mit den Kindern in den Ferien eine Aktion zu machen, Urlaub, den sie sich sonst nicht leisten könnten.“

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