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Ostholsteiner Anzeiger

15. Dezember 2017 | 06:06 Uhr

Offene und abgehakte Wunschliste

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

SPD-Politiker Ralf Stegner schaute sich auf der Hubertushöhe um / Spezialfahrzeuge der Einsatzhundertschaft müssten ersetzt werden

von
erstellt am 21.Apr.2016 | 13:54 Uhr

In seiner Funktion als Innenminister war er öfter zu Gast auf Hubertushöhe, gestern besuchte Ralf Stegner als Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion die Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und die Bereitschaftspolizei (PDAFB). Gemeinsam mit der Eutiner Fraktionskollegin Regina Poersch verschaffte er sich einen Eindruck über Bau- und Fahrzeugbedarf sowie über die aktuelle Ausbildung der Polizeischüler.

Ein zentrales Thema: Die „Oldtimer-Sammlung“ der Ersten Einsatzhundertschaft. Der stellvertretende Hunderschaftsführer Carsten Saggau und sein Stab präsentierten eine Reihe von Fahrzeugen, die älter sind als viele Beamte, die damit fahren, darunter ein Lkw (Fachterminus Gruppengeräte-Kraftfahrzeug) des Baujahres 1985 und ein Kleinbus der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit, der 17 Jahre alt ist und 243  000 Kilometer auf dem Tacho hat. „Die Sitze sind vollkommen durchgesessen“, sagt Frank Makrohs, „unter dem Aspekt eines gesunden Sitzplatzes dürfte da niemand mehr drin sitzen.“

Ein Problem ist: Die Bereitschaftspolizei wird teilweise vom Bund finanziert. Und beim Ersatz für solche Spezialfahrzeuge fühlte sich offenbar weder das Land, noch der Bund zuständig. Stegner verstand den Auftrag, das werde man in entsprechenden Gremien auch auf Bundesebene mal ansprechen, sicherte er zu.

Bei einem Rundgang über das Gelände traf Stegner auch auf Polizeianwärter, bei denen sich der SPD-Politiker über ihre Meinung zur Unterbringung in der Drei-Bett-Zimmern („ist ok“), zur Zufriedenheit mit der Berufswahl oder zum aktuellen Lehrstoff erkundigte. „Wir machen gerade einen Fall, bei dem ein Verdächtiger nach einem Ladendiebstahl erkennungsdienstlich behandelt wurde und eine körperliche Durchsuchung stattgefunden hat – und ob das zulässig war“, sagt einer der Männer. „Das ist ja hoch aktuell, diese Frage haben wir gerade auch in einem Ausschuss diskutiert. Und ist eine Durchsuchung rechtmäßig?,“ fragt Stegner. Antwort: „Weiß ich nicht, so weit waren wir gerade noch nicht.“

In Kellerräumen eines Unterkunftsgebäudes wird den Besuchern praktische Ausbildung gezeigt. Ein gut gepolsteter Ausbilder fungiert als „Prügelknabe“, der die Beamten angreift und unter Einsatz des Schlagstocks überwältigt werden soll. Der Ort des Unterrichtes macht deutlich: Es fehlt an geeigneten Lehrräumen.

Während die Fahrzeugbeschaffung noch Wünsche offen lässt, wird das beschlossene Bauprogramm viele Wünsche erfüllen, wie der Leitende Polizeidirektor und Leiter der PDAFB, Jürgen Funk, berichtete. Im Juli werde der Grundstein für eine Einsatztrainingshalle gelegt, außerdem werde dieses Jahr der Bau eines neuen Lehrsaalgebäudes in Container-Bauweise erfolgen. Im kommenden Jahr beginne der Bau eines neuen Wirtschaftsgebäudes. Und die Sanierung der von Legionellen befallenen Wasserleitungen geht gebäudeweise voran.

Ralf Stegner bescheinigte den Beamten auf der Hubertushöhe, dass sie eine gute Arbeit machten und den Raumprobleme fantasievolle Lösungen entgegen setzten. Die Politik habe in Zeit mit der Erhöhung der Einstellungszahlen, einem höheren Einstellungsgehalt und einer besseren Abgeltung der Überstunden bereits einige Verbesserungen beschlossen. Wichtig sei auch, dass der Beruf attraktiv sei, damit es ausreichend geeignete Bewerber gebe.

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