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Offene Ateliers: Mit Kunst auf Tuchfühlung gehen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bereits zum fünften Mal bieten Künstler Einblicke in ihre Werkstätten. Am 10. und 11. Juni beteiligen sich 43 Kreative in den Kreisen Ostholstein und Plön an der Aktion „Offene Ateliers“. Viele Künstler bieten in diesem Jahr erstmals Mitmachaktionen für die Besucher an.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2017 | 17:32 Uhr

Sind es Motten? Oder Grillen? Eigentlich spielt das gar nicht so die Rolle. Wichtig ist, „was das für Assoziationen auslöst“, sagt Ingrid Mohr. Die Eutiner Künstlerin hat unzählige Insekten aus Draht, Papier und Farbe gefertigt. Und möchte damit Geschichten anstoßen, mit den Betrachtern ins Gespräch kommen.

Das ist auch Anliegen der Aktion „Offene Ateliers“, die am 10. und 11. Juni wieder in der Region stattfindet. 43 Ateliers, Werkstätten und Galerien haben am Sonnabend und Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet, die Künstler sind selbst vor Ort und zeigen sich und ihre Werke sowie die Atmosphäre, in der sie entstehen.

„Die Teilnehmer der Kampagne zeigen in diesem Jahr zum ersten Mal, wo man selbst kreativ werden oder etwas Besonderes, Künstlerisches, erleben kann. Das sollte man unbedingt mal ausprobieren“, sagt Per Köster von der veranstaltenden Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz. Wer schon immer mal mit Kettensäge, Stift, Goldschmiedehammer oder Falzbein kreativ werden wollte, ist in der Hosteinischen Schweiz richtig: Zahlreiche Kunsthandwerker und Künstler bieten Kurse an, zu festen Terminen oder auf individuellen Wunsch. Ob sie sich gemeinsam ihre Eheringe gestalten oder die Holz-, Stein- oder Glasskulptur für den eigenen Garten – selber machen

In die Welt der individuell angepassten Bekleidung entführt Interessierte Nathalie Skultety, Modedesignerin und Schneiderin aus Bosau. In der Altenteilerkate (neben der Dunkerschen Kate) arbeitet sie mit Bioleinen. Im Rahmen der Themenkampagne Ateliertage veranstaltet sie weitere Aktionen, wie eine Modenschau und ein Workshop-Wochenende, bei dem regionale Handwerker ihre Tätigkeiten vorführen und zum Mitmachen einladen.

Ebenfalls bei den „Offenen Ateliers“ dabei ist Julia Kaergel. Sie wollte zuerst Astronautin, dann Polarforscherin und später Schneiderin werden – und wurde Künstlerin. Die Illustratorin zog es vor drei Jahren aus Hamburg nach Dersau am Großen Plöner See. Hier malt und zeichnet sie, entwickelt Buchprojekte, Bilder für Trickfilme oder Computerspiele. „Die Nähe zur Natur der Holsteinischen Schweiz ist für mich eine wichtige Inspirationsquelle“, sagt Kaergel. Sie reist gern und viel möchte ihr Wissen aber auch in der Region weitergeben – zeichnerische Kurse sind ihr Beitrag zu den Ateliertagen.

Ingrid Mohr ist in Pinneberg geboren und studierte zuerst Sonderschullehramt mit dem Fachexamen Kunst in Kiel, später noch an der niedersächsischen Fachhochschule Ottersberg Diplom-Kunsttherapie. Seit 2013 hat sie ein Atelier in Eutin, arbeitet in den Schwerpunkten Skulptur, Installation und Collage und bevorzugt dabei die Materialien Papier, Draht und Fundstücke – wie eben bei den Insekten. Ihr besonderes Interesse gilt den Geschichten hinter den Dingen und deren Fragilität. Sie beteiligte sich beziehungsweise hatte eigene Ausstellungen unter anderem beim Förderverein Bildende Kunst Ostholstein, in der Kreisbibliothek Eutin, der Akademie am See in Plön oder der Curtius Klinik Malente.

Der Weg zu den Künstlern, die am Aktionstag mitmachen, ist einfach: „Achten Sie auf die individuell gestalteten roten Stühle vor den Türen oder im Ort der Teilnehmer – Sie heißen: Hier sind Sie willkommen“, sagt Köster.



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