Leserbrief : Ökolandbau streicht Segel

zu "Blühende Wildpflanzen statt Mais" als Lebensraum für bedrohte Vogelarten (OHA vom 5. August):

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08. August 2011, 11:26 Uhr


Natürlich ist man froh, wenn sich trotz "Energiewende" möglichst viel Abwechslung in der öden Maislandschaft ergibt. Es existieren ja vielerlei Programme, um die Landschaft aufzulockern, zum Beispiel auch das Projekt "Blühweiden".

Ziemlich daneben ist allerdings das Programm "Ackererlebnisräume". Hierbei werden ganze Felder und nicht nur Teilflächen entweder so liegen gelassen oder geringfügig bearbeitet mit Herbst- und Frühjahrsbegrünung (wo kommen denn in Gothendorf die ganzen Sonnenblumen zwischen Disteln und Ackerfuchsschwanz her?). Dabei kassiert der "Bauer" quasi fürs Nichtstun 600 bis 650 Euro pro Hektar und oben drauf noch 300 Euro Grundprämie im Jahr. So ein Programm läuft dann über fünf Jahre und soll ein Erleben - zum Ärgernis angrenzender Nachbarn sowohl finanziell als auch pflanzen- bzw. ackerbaulich - für die Umwelt erbringen.

Selbst Ökolandwirten ist so etwas angesichts knapper Haushalte "ein Dorn im Auge". Wie trotz "Energiewende" aktive Bauern weiter ausgebremst werden, verdeutlicht die Entscheidung der Bundesregierung, die im Hau-Ruck-Verfahren ein neues EEG-Einspeisegesetz verabschiedet hat, Kleegras aus der höchsten Vergütungsstufe zu kippen, dadurch dass die zusätzlichen zwei Cent pro Kwh für den Einsatz von umweltverträglichem Kleegras gestrichen wurde.

Biobetriebe können unter diesen Umständen eine denkbare Biogasanlage, die nicht nur mit Mais gefüttert wird, nicht mehr wirtschaftlich betreiben. Somit konterkariert das EEG-Gesetz eine nachhaltige und umweltverträgliche Fortentwicklung der Biogasproduktion. Letzte Konsequenz: Der und industrielle Großanlagen erhalten den Vorzug. Da wirken die blühenden Wildpflanzen eher wie der berühmte "Tropfen auf dem heißen Stein".

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