Ostholstein : Öffentlicher Dienst hat Nachwuchssorgen

In der Eutiner Kreisverwaltung sorgt man sich um ausreichend Berufsnachwuchs.
In der Eutiner Kreisverwaltung sorgt man sich um ausreichend Berufsnachwuchs.

Die Kreisverwaltung Ostholstein in Eutin will angesichts der drohenden Probleme bei der Gewinnung von Berufsnachwuchs neue Wege in Sachen qualifizierte Ausbildung gehen.

shz.de von
28. Juli 2015, 13:15 Uhr

In den nächsten zehn Jahren wird mehr als ein Drittel der Beschäftigten wegen Erreichens der Altersgrenze das Kreishaus verlassen. Die Zahlen der Bewerbungen hingegen gehen besonders bei den Fachkräften im öffentlichen Dienst zurück.

Ostholsteins Landrat Reinhard Sager will diesem Trend entgegensteuern und mit seiner Verwaltung neue Wege in der Nachwuchsgewinnung gehen. Um den Kontakt zu jungen Leuten, insbesondere aus der Region Ostholstein herzustellen, plant die Kreisverwaltung sich deshalb über Stellenausschreibungen, auf Ausbildungsmessen, im Internet, direkt in den Schulen per Flyer und auch in den Abizeitungen der Gymnasien im Kreisgebiet rechtzeitig zu präsentieren.

„Verstaubte Schreibtische, langweiliges Aktenwälzen, wenig Flexibilität – nicht selten ist dieses Image von Verwaltung in den Köpfen junger Menschen. Dieses Vorurteil entspricht jedoch überhaupt nicht der Realität“, so der ostholsteinische Verwaltungschef. Kaum ein Berufsfeld sei so vielfältig in seinen Aufgabenbereichen wie das der allgemeinen Verwaltung. Hierzu gehören nur beispielhaft genannt die Organisation des Rettungsdienstes und Feuerwehrwesens im Kreisgebiet, der Schutz von Natur, Böden und Gewässer, die Ermittlungsgruppe Schwarzarbeit, das Prüfen von Bauanträgen oder die vielfältigen Aufgaben im Jugend-, Sozial- oder Gesundheitsbereich.

Eine Ausbildung oder ein duales Studium beim Kreis Ostholstein biete neben einer überdurchschnittlich hohen Ausbildungs- und Studienvergütung ein hohes Maß an Flexibilität, so Sager. Unterschiedliche Arbeitszeitmodelle sollen individuell die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen.

Die nächste Generation steht zumindest per 1. August bereit: Der Landrat freute sich, dass er zum Ausbildungs- und Studienbeginn acht Nachwuchskräfte im Eutiner Kreishaus begrüßen kann. Vier junge Frauen werden dann ihr duales Bachelor-Studium als Kreisinspektoranwärterinnen beim Kreis beginnen; vier weitere junge Ostholsteiner starten am 1. August eine Ausbildung zu Verwaltungsfachangestellten. Diese insgesamt dreijährige Ausbildung bereite sie auf Sachbearbeitertätigkeiten in allen Bereichen der Kreisverwaltung vor, sagte Sager.

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