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Äpfel, Kirschen, Pflaumen, Mirabellen und Birnen : Obstbaumblüte im Kieswerk

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Unternehmer Johann-Peter Wandhoff hat mittlerweile bereits den 3000. Wildobstbaum gepflanzt

shz.de von
erstellt am 30.Apr.2014 | 17:56 Uhr

Johann-Peter Wandhoff greift auch mit seinen 75 Jahren manchmal immer noch gern zu Schaufel und Spaten. Im Kies- und Schotterwerk Kreuzfeld, das er mit seinem Sohn Volker zusammen betreibe, habe er jetzt den 3000. Wildobstbaum gepflanzt, erklärte er. Über 50 000 Laub- und Nadelbäumen seien dort in den zurückliegenden Jahrzehnten nach dem Kiesabbau neu in den rekultivierten Boden gekommen. Apfel-, Kirsch-, Pflaumen-, Mirabellen- und Birnenbäume sorgten mit ihrer Blütenpracht derzeit im Kies- und Schotterwerk für ein Farbenspiel.

Bereits seit 1924 wird in Kreuzfeld Kies abgebaut, seit 1972 nach Übernahme von der Familie Neumann durch die Familie Wandhoff. Mittlerweile sind so 174 Hektar an zusammenhängender Fläche zum Abbau von Kies im nördlichen Teil von Kreuzfeld in der Gemeinde Malente entstanden. Das Betriebsgelände ist rund 20 Hektar groß. Vor kurzem haben die Wandhoffs ein Planungsverfahren angeschoben, um den Kiesabbau mit einer Änderung des Flächennutzungsplans neu zu ordnen. Dabei soll auch eine zusätzliche Abbaufläche von etwa acht Hektar ausgewiesen werden. Über diese Fläche wolle man die bereits genehmigte Abbaufläche im Nordwesten des Holmer Wegs erschließen, hatte Johann-Peter Wandhoff im Februar im Planungsausschuss erklärt und dies mit dem Schutz der Natur begründet (wir berichteten): Auf diese Weise könne man eine wertvolle Baumallee schonen, die zwischen dem aktuellen und dem künftigen Abbaugebiet liege.

„Mit 70 Hektar ist bereits fast die Hälfte des gesamten Geländes der Natur wieder zurückgegeben worden“, sagt Johann-Peter Wandhoff. Etwa 50 weitere Hektar stünden noch für den Kiesabbau zur Verfügung. Durch die Renaturierung der ehemaligen Kiesabbauflächen seien Biotope für seltene Tiere und Pflanzen entstanden. Der Schwarzspecht hämmere seine Höhle in das Totholz einer dicken Eiche auf dem Kiesabbau-Gelände, und der als „Fliegender Diamant“ geschätzte Eisvogel sitze über den entstandenen Teichen auf kleine Fische an. Uferseeschwalben und Flussregenpfeifer nutzten die Umgebung zur Aufzucht ihres Nachwuchses ebenso wie der Uhu oder Wasservögel und viele Arten von Amphibien.

„Vor unserem heute Menschen, Tiere und Natur schonenderen Kiesabbau wurden die Flächen landwirtschaftlich genutzt“, sieht Volker Wandhoff einen nach vielen Jahren nach dem Kiesabbau entstandenen Mehrwert für Flora und Fauna. So nutzten auch Insekten einen Teil des renaturierten Geländes zum Bau von kleinen Nestern im Erdreich zur Aufzucht des Nachwuchses.

Naturschutz und Kiesabbau müssen dabei kein Widerspruch sein, glaubt Johann-Peter Wandhoff: „Das Kies- und Schotterwerk Kreuzfeld ist trotzdem zur wichtigsten Versorgungsquelle für Rohstoffe in Ostholstein aufgestiegen.“ Ihren Kiesabbau planen die beiden Wandhoffs über viele Generationen, um nicht nur den Kunden, sondern auch den 28 Arbeitnehmern in Kreuzfeld und ihren Familien verlässliche Partner zu sein. „Wir haben unser Kies- und Schotterwerk für die Zukunft gesichert“, sagt Volker Wandhoff. Nicht nur Abbaugenehmigungen für die nächsten Jahre lägen vor, es seien auch noch viele Baumpflanzungen für die nächsten Generationen geplant. Und darunter würden auch wieder viele Wildobstsorten sein.

 Der Kiesabbau und die Änderung des Flächennutzungsplans sind am Montag, 12. Mai, ab 19 Uhr Thema einer Dorfschaftsversammlung im Gemeinschaftshaus Kreuzfeld. Neben Bernd Straßburger vom Fachbereich Planung, Bau und Umwelt des Kreises wird auch ein Vertreter der Familie Wandhoff vortragen.

 

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