Nutzt Lars Winter zweite Chance?

Fünf Direktkandidaten und elf Parteien stellen sich im Wahlkreis Ostholstein-Nord zur Wahl.
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Fünf Direktkandidaten und elf Parteien stellen sich im Wahlkreis Ostholstein-Nord zur Wahl.

Gut 73 000 Wähler im Wahlkreis 18 Ostholstein-Nord entscheiden, wer es bei der Landtagswahl am 6. Mai in den Landtag schafft

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25. April 2012, 07:29 Uhr

Eutin | Wer gewinnt bei der Landtagswahl am 6. Mai das Direktmandat im Wahlkreis 18 Ostholstein-Nord? Realistische Chancen haben zwei der fünf Direktkandidaten: Schifffahrtskaufmann Rasmus Vöge (CDU) aus Neustadt, der sich erstmals zur Wahl stellt, und Verwaltungsangestellter Lars Winter (SPD) aus Beschendorf, der zum zweiten Mal antritt.

Die Zahl der Wähler, die im Wahlkreis 18 entscheiden, ist - dem allgemeinen Landestrend folgend - gegenüber der Landtagswahl 2009 leicht gestiegen: um 121 auf 73 172. Mit ihrer Erststimme können sie aus den fünf Wahlkreiskandidaten auswählen, mit der Zweitstimme entscheiden sie, wie viele Sitze die einzelnen Parteien im 18. Landtag erhalten werden. Zur Wahl stehen elf Parteien - von der CDU bis zur Maritimen Union Deutschlands (MUD).

Selbst, wenn es mit dem Direktmandat nichts wird, könnten sich sowohl Rasmus Vöge als auch Lars Winter noch Chancen ausrechnen, den Einzug in den Landtag über die Liste ihrer Partei zu schaffen. Rasmus Vöge steht auf Platz 19. Erhielte die CDU 31 Prozent, wie von Infratest-Dimap zuletzt vorhergesagt, würde es für Vöge auch ohne Direktmandat reichen. Knapper wird es da für Lars Winter: Er steht auf Listenplatz 23. Das könnte bei prognostizierten 32 Prozent für die SPD eng werden, es sei denn, die 69 Mandate des Landtags werden durch Überhangmandate aufgestockt, was auch nach dem geänderten Wahlrecht durchaus möglich ist.

Faktisch chancenlos auf ein Mandat sind dagegen Konditorin Christiane Dittmer (FDP, Listenplatz 22), aus Fehmarn, Erzieher Gerd Panitzki (Grüne, Listenplatz 28) aus Heiligenhafen und Kaufmann Norbert Johannsson (Linke) aus Fehmarn, der auf der Landesliste seiner Partei gar nicht vertreten ist. Schon im Vorfeld scheiterte der Kandidat der Piraten, denen derzeit ein Stimmenanteil um zehn Prozent vorhergesagt wird: Er hatte dem Kreiswahlausschuss nicht die erforderlichen 100 Unterstützungsunterschriften vorgelegt und wurde deshalb als Kandidat abgelehnt.

Bei der vergangenen Landtagswahl setzte sich im damaligen Wahlkreis 20 Oldenburg Klaus Klinckhamer (CDU) deutlich mit 39,6 Prozent der Stimmen gegen Lars Winter (SPD) durch, der 31,4 Prozent der Stimmen erhielt. Ihm damaligen Wahlkreis 21 Eutin-Nord, der vom jetzigen Wahlkreis Ostholstein-Nord zum Teil mit abgedeckt wird, unterlag Regina Poersch (30,3 Prozent) gegen Herlich-Marie Todsen-Reese (37,2 Prozent), zog aber dennoch über die Liste in den Landtag ein. Regina Poersch kandidiert jetzt im Wahlkreis 17 Plön-Süd gegen Peter Sönnichsen.

Die Wahlbeteiligung lag bei der Landtagswahl 2009 in Ostholstein bei 73,1 Prozent und lag damit knapp unter dem Landesdurchschnitt von 73,6 Prozent. Begünstigt wurde dieses Ergebnis allerdings durch die gleichzeitig stattfindende Bundestagswahl. Bei den vorigen Wahlen lag die Beteiligung in Ostholstein bei 66,8 (2005) und 70,3 Prozent (2000).

Am Wahlabend präsentiert der Kreis Ostholstein die Ergebnisse der Landtagswahl in den vier Ostholstein betreffenden Wahlkreisen im Ostholstein-Saal des Kreishauses. Dort wird voraussichtlich auch lokale Parteiprominenz anzutreffen sein. Das Plöner Kreishaus wird dagegen öffentlich nicht zugänglich sein.

> Auf der folgenden Doppelseite präsentieren wir die fünf Direktkandidaten des Wahlkreises 18 Ostholstein-Nord.

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