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Ostholsteiner Anzeiger

14. Dezember 2017 | 11:25 Uhr

Nur im Norden gibt’s mehr Frösche

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Erfolg eines Projektes der Stiftung Naturschutz: Nur in Schleswig-Holstein sind alle Bestände bedrohter Amphibienarten gewachsen

von
erstellt am 06.Mär.2016 | 18:41 Uhr

Die Amphibieninitiative der Stiftung Naturschutz des Landes Schleswig-Holstein hat sich zum Erfolgsmodell entwickelt. Das war Fazit einer Vortragsveranstaltung, zu der die unteren Naturschutzbehörde des Kreises geladen hatte. 45 Gäste aus Bereichen wie Naturschutz, Landwirtschaft und Gewässerunterhaltung fanden sich zu einem informativen und anregenden Abend ein.

Die Aufgaben und Initiativen der Naturschutzstiftung haben sich seit ihrer Gründung im Jahre 1977 deutlich weiter entwickelt, erläuterte Dr. Walter Hemmerling, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung. Die Gesamtfläche im Eigentum der Stiftung betrage rund 33  000 Hektar, die Ökokonto-Flächen der Ausgleichsagentur mit eingeschlossen. Der überwiegende Teil sei verpachtet und werde durch Landwirte gepflegt. Über ihre Projekte, die aus Mitteln der EU finanziert werden, schaffe die Stiftung eine Wertschöpfung, erklärte Hemmerling.

Eines dieser sogenannten Life-Projekte ist die Amphibieninitiative der Stiftung in Zusammenarbeit mit dänischen Partnern. Hauke Drews, Experte der Stiftung, stellte das Projekt mit vielen Bildern vor. Die Bestände der heimischen Amphibien seien über Jahrzehnte erheblich zurückgegangen, einige Arten hätten kurz vor dem Aussterben gestanden. So seien die letzten Rotbauchunken Schleswig-Holsteins im Jahre 2003 in Bojendorf auf Fehmarn auf den Flächen von Klaus-Dieter Blanck, heute Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, registriert worden. Weitere gefährdete Arten seien der Laubfrosch, die Wechselkröte, die Kreuzkröte und Knoblauchkröte, auch ihnen gelte das Interesse der Stiftung. Drews: „Dies geschieht durch praktische Maßnahmen wie der Schaffung von Lebensräumen, Laich-Aufzucht und Wiederansiedlung.“ Von den insgesamt gewonnenen Erfahrungen hätten auch viele lokale Initiativen profitiert, beispielsweise die ehrenamtlichen Naturschützer des Naturschutzbundes Eutin. Im Rahmen eines Wiederansiedlungsprojektes sei eine bessere Vernetzung der Populationen des Laubfrosches (kl. Foto) im Kreisgebiet erreicht worden. Die Arbeit der Stiftung sei so erfolgreich, dass Schleswig-Holstein das einzige Bundesland sei, in dem sich die Bestände aller Amphibien positiv entwickelt hätten.

Das Spektrum der Beiträge und Fragen im Rahmen der anschließenden Diskussion unter anderem mit der ehrenamtlichen Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, Sandra Redmann (MdL), reichte vom konkreten Amphibienschutz über Aufgaben und Finanzierung der Stiftung bis hin zur geplanten Novelle des Landesnaturschutzgesetzes.


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