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Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 19:15 Uhr

Nur Café an der Bucht ist Konsens

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bürgermeister Behnk spricht über Fairness / Bürgerinitiative verspricht weitere Überraschungen bis Haus-des-Gastes-Entscheid

shz.de von
erstellt am 22.Feb.2017 | 00:58 Uhr

Die Stadtvertretung beschloss gestern Abend, den Bürgerentscheid mit der Landtagswahl am 7. Mai zusammenzulegen. Möglich wurde dies durch das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes (wir berichteten), denn der eingereichte Widerspruch der Stadt gegen die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens zum Erhalt und zur Sanierung des Haus des Gastes (HdG) hatte aufschiebende Wirkung. Das „Spiel auf Zeit“ der Stadt ging auf. Das Ergebnis – beides am 7. Mai stattfinden zu lassen – finden viele Menschen gut. Der Ostholsteiner Anzeiger hat Bürgermeister Carsten Behnk stellvertretend für die Stadt gefragt, wie fair er den Umgang mit der BI jetzt einschätzt und wollte von der BI wissen, wie eine reale Finanzierung des HdG funktionieren kann, ohne die „historische Reithalle“ ad acta legen zu müssen.


Carsten Behnk: „Kein Hotelklotz in bester Lage“


Sie haben mal gesagt, dass der Umgang mit dem ersten Bürgerbegehren nicht ganz fair gelaufen ist, es deshalb das zweite nun gibt. Ist der Umgang mit der zweiten BI aus ihrer Sicht jetzt fairer gelaufen?
Es gab einen Bürgerentscheid. Meines Erachtens hätte man im Dialog versuchen sollen, dort eine Entwicklung zu diskutieren. Das hat leider nicht geklappt. Mit dem Sprecher des ersten Bürgerentscheids Eckard Ahrens hatte ich vereinbart, dass er meinen Dienstantritt nicht mit einem neuen Bürgerentscheid überschatten wollte. Wir waren uns einig den Dialog zu suchen. Leider starb Herr Ahrens im Sommer und die BI hat noch vor meinem Dienstantritt den bekannten Text des Bürgerentscheides eingereicht. Ein Dialog war leider nicht mehr möglich. Die BI beharrte auf ihren schriftlich fixierten Standpunkten. Für eine Entwicklung im Dialog war damit leider kein Raum und die Verwaltung zum Handeln in vorgegebenen Rahmen aufgefordert.


Warum ziehen Sie als Verwaltungsoberhaupt alle rechtlichen Joker anstelle das Engagement in die Gegenkampagne zu stecken und für Ihre Vorstellungen an der Stadtbucht zu werben? So wirkt es nur als trickreicher Zeitgewinn, nicht als Dialog, den Sie sonst fordern und wünschen.
Den Weg zum Verwaltungsgericht ist die Bürgerinitiative gegangen, nachdem die BI bei der Kommunalaufsicht nicht zum gewünschten Ziel gekommen war. Das VG hat erklärt, dass die Beweggründe der BI für das Gericht nicht nachvollziehbar sind und sich eine Zusammenlegung mit der Landtagswahl, wie auch von der Kommunalaufsicht für möglich gesehen, mehr als aufdrängt. Nach langer Beratung und Abwägung der Vor- und Nachteile haben wir uns entschlossen, das OVG im Wege einer Beschwerde anzurufen, um die Chance für eine bessere Entscheidung nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. In der Stadtvertretung am Mittwoch wird so oder so entschieden. An einer konzeptionellen Entwicklung des Standortes arbeiten die Politik und die Verwaltung bereits seit längerem.

Wie sehen Ihre Vorstellungen an der Stadtbucht aus? Ein Hotel hielten Sie an der Stelle des Haus des Gastes zum Dienstantritt noch für „eher ungeeignet“. Was kann stattdessen da entwickelt werden und wie?
Einen großen Hotelklotz wird es an der Stelle nicht geben. Auch Eigentumswohnungen kann ich mir dort nicht vorstellen. Davon haben wir an dieser Stelle schon genug. Die Lage ist die Beste von Eutin, so dass wir hier dringend eine Entwicklung brauchen. Bis hierhin besteht übrigens immer noch Konsens auch mit der BI. Es gibt nach wie vor den Auftrag an die Verwaltung diese Fläche im Sinne einer Hotelnutzung zu entwickeln. Es besteht Einigkeit bei allen Beteiligten, dass insbesondere auch nach der Neugestaltung der Stadtbucht ein Cafébetrieb mit Außenterrasse auf jeden Fall entstehen soll.


Wie bereiten Sie sich für den Fall vor, dass das Haus bleibt und saniert werden soll? Würde dann die Reithalle ad acta gelegt oder beides gestemmt werden können? Wie?
Diese Frage stellt sich für uns nicht. Wir hoffen, dass der Bürgerentscheid im Sinne einer positiven, zukunftsgerichteten Stadtentwicklung ausgeht. Die Reithalle ist von immenser Wichtigkeit für den Standort Eutin und seine Menschen. Insbesondere die jüngeren Generationen brauchen einen modernen und attraktiven Veranstaltungsort.


BI: „Mit sachlichen Argumenten werben“


Nennen Sie drei Gründe, weshalb das Haus des Gastes erhalten werden soll ohne das Wort Hotel zu benutzen?

Das Haus des Gastes ist ein architektonisch und kulturhistorisch erhaltenswertes Gebäude, dessen Stil sich hervorragend der sehr schlichten und eckigen Form der Stadtbucht anpasst. Im Haus des Gastes wären dann endlich wieder ein Café und Sanitäranlagen an der Stadtbucht vorhanden, die jetzt fehlen. Das Haus des Gastes ergänzt das fehlende Raumangebot der Stadt um kleine und mittlere Räume für diverse Veranstaltungen, Bürgerengagement, Vereinstreffen und als Aufenthaltsort für Touristen.

Wie kann die Sanierung bei Eutins Verschuldung gelingen ohne auf die Reithalle zu verzichten? Haben Sie auch Unterstützer/ Spender wie die erste BI?
Die geplanten Sanierungsarbeiten am Markt und in der Peterstraße können offensichtlich erheblich kostengünstiger erfolgen. Somit könnten mindestens rund 500  000 Euro Instandhaltungskosten „freigeschaufelt“ werden. Einen finanzkräftigen „Spender“ für das Haus des Gastes haben wir nicht.

Weshalb können die Arbeiten kostengünstiger erfolgen?

Weil das Geld durch den grabenlosen Verbau in der Peterstraße eingespart werden könnte.

Was steht bis zum Wahltermin auf Ihrer Agenda? Was werden Sie unternehmen, organisieren, um die Menschen vom Erhalt und der Sanierung des Haus des Gastes zu überzeugen?
Wir werden unseren Wahlkampf mit guten und sachlichen Argumenten führen und für das Haus des Gastes in Veranstaltungen werben und überzeugen. Wir werden wieder auf die Straße gehen, um mit den Eutinern ins Gespräch zu kommen; gerne auch mit unseren Kritikern und den Skeptikern, sofern sie sich darauf einlassen. Ansonsten haben wir noch einige Überraschungen in unserem Wahlkampfpaket.




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