Erste Erfahrungen gesammelt: : Notarztstandort Stakendorf: schon 142 Einsätze gefahren

Landrätin Stephanie Ladwig und der Leiter des notärztlichen Dienstes im Kreis Plön, Dr. Jörn Leiendecker, sind mit den ersten Ergebnissen des neuen Notarztstandortes in Stakendorf zufrieden.
Landrätin Stephanie Ladwig und der Leiter des notärztlichen Dienstes im Kreis Plön, Dr. Jörn Leiendecker, sind mit den ersten Ergebnissen des neuen Notarztstandortes in Stakendorf zufrieden.

Die Notarztversorgung im Kreis Plön ist deutlich verbessert worden.

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30. November 2013, 11:05 Uhr

Seit dem 01. Oktober existiert ein weiterer Notarztstandort in Stakendorf für den nördlichen Teil des Kreises Plön und insbesondere auch für die Region um Lütjenburg. Der Standort Stakendorf löste den früheren Saisonstandort Lütjenburg ab, an dem nur in der Zeit von 18 Uhr bis 24 Uhr und an den Wochenenden in der Sommersaison (Juli bis September) ein Notarzt vorgesehen war.
Die ersten 100 Einsätze aus Stakendorf sind nun gefahren, so dass Landrätin Stephanie Ladwig, der Geschäftsführer der kreiseigenen Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, Hermann Bölting, und der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, Dr. Jörn Leiendecker, vor Ort das gemeinsame Zwischenfazit zogen, das die Notarztversorgung im Kreis Plön durch den Standort Stakendorf verbessert worden ist. Für alle Beteiligten ist mit der Lösung in Stakendorf nun Planungssicherheit und Verlässlichkeit in der Notarztversorgung gegeben.
Landrätin Stephanie Ladwig führte dazu weiter aus: „Es ist uns gelungen, ein hochwertiges Not-arztsystem mit hochqualifiziertem Personal auf die Beine zu stellen. Der Standort in Stakendorf liegt einsatztechnisch gut und ist besetzt mit 43 Notärzten und 17 Rettungsassistenten, die in ei-nem Schichtbetrieb eingebunden sind. Mit dem Notarztstandort in Stakendorf sind neben Lütjenburg auch einwohnerstarke und touristisch wichtige Bereiche westlich von Schönberg und in Wendtorf nun besser erreichbar als es mit einer Stationierung eines Notarztes in Lütjenburg mög-lich wäre. Ausräumen möchte ich an dieser Stelle mit einem, gerade im Raum Lütjenburg immer wiederholten Missverständnis, dass viele lebensrettende Maßnahmen nur von Notärzten und nicht von Rettungsassistenten getroffen werden dürfen. Lebensrettende Maßnahmen und Ent-scheidungen können und müssen sehr wohl von Rettungsassistenten getroffen werden.“
Ein Resümee der bisherigen Einsätze zog Dr. Jörn Leiendecker: „Seit dem 1. Oktober 2013 wurden 142 Einsätze für den Standort dokumentiert. Die meisten dieser Einsätze haben in den Gemeinden der Probstei stattgefunden, rund 1/4 der Einsätze des Stakendorfer Fahrzeuges betreffen das Versor-gungsgebiet Lütjenburg. Damit ist bereits jetzt erkennbar, dass sich die notärztliche Versorgung im Kreis Plön durch das neue Fahrzeug wesentlich verbessert hat. Das Fahrzeug in Stakendorf entlas-tet zudem die weiteren Notarztstandorte in Preetz, Schönkirchen und Oldenburg.“
Hermann Bölting ergänzte: „Besonders erwähnenswert ist, dass bislang 92% aller Einsatzorte in einer Zeit von weniger als 20 Minuten erreicht worden sind. Auch wenn es keine gesetzliche Hilfs-frist für den Notarzt in Schleswig-Holstein gibt, die es einzuhalten gibt, bleibt es natürlich immer unser Ziel, ein schnellstmögliches Eintreffen des Notarztes nach Alarmierung zu erreichen.“ Die Erfahrungen der ersten Einsätze zeigen zudem, dass die im Rettungsdienstgutachten für den Kreis Plön genannten Zeiten in der Praxis deutlich unterschritten werden. Der Standort ist durch die Nähe zur B 502 und L 165 sehr gut geeignet.
Dr. Jörn Leiendecker schloss als ärztlicher Leiter mit einem Appell an die Bürgerinnen und Bürger: „Durch Aufrufe des `Bündnisses für einen Notarztstandort in Lütjenburg` sind wir Notärzte im Raum Lütjenburg manches Mal schon quasi mit einer Stoppuhr in der Hand empfangen worden, verbunden mit dem Vorwurf, dass man sehr spät eintreffe. Abgesehen davon, dass diese Vorwürfe aus der Luft gegriffen sind -wie die die schnellen Eintreffzeiten belegen- steht für uns in diesen Momenten die Versorgung des Patienten im Vordergrund. Wir würden uns dann wünschen, dass Angehörige unterstützend für den Patienten wirken, statt Diskussionen über die Eintreffzeiten zu führen.“ Tatsächlich sind bereits die Ersthelfer für die Betroffenen von großer Bedeutung.

 

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