zur Navigation springen

Orkan und Strumflut : Norden wettert Orkan „Xaver“ ab

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schäden waren geringer als befürchtet, es gab Probleme im Bahn- und Schiffsverkehr. Ein umgekippter Lastwagen blockiert die Fehmarnsundbrücke.

von
erstellt am 06.Dez.2013 | 20:40 Uhr

Mit einem blauen Auge sind die Menschen in Schleswig-Holstein und Hamburg davon gekommen: Sturmtief „Xaver“ hat im Norden keine größeren Schäden verursacht, wie Polizei und Feuerwehr gestern bestätigten. Sie fuhren im ganzen Land rund 2000 Einsätze. Es gab nur wenige Verletzte. In Hamburg löste der Orkan die zweithöchste Sturmflut seit 1976 aus, diverse Flüge fielen aus.

Auf den überfluteten Halligen entspannte sich langsam die Lage, die Deiche an der Küste hielten stand. „Ein Beleg dafür, dass alle aus der Sturmflut von 1962 gelernt und danach die richtigen Entscheidungen getroffen haben“, sagte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), der sich gestern in Husum über die Auswirkungen des Orkans informierte.

Spitzengeschwindigkeiten erreichte „Xaver“ auf Sylt, wo bis zu 150 km/h gemessen wurden. An der Insel brachen Teile der Küste ab, wie auch auf Föhr und Helgoland. Im Binnenland gab es Spitzenwerte von 160 km/h in der Flensburger Förde.

In Großhansdorf (Kreis Stormarn) war bereits in der Nacht zu gestern eine U-Bahn gegen einen umgestürzten Baum gefahren. Gestern gab die Deutsche Bahn in Schleswig-Holstein wenige Strecken wieder frei. Der Fern- und Nachtzugverkehr von und nach Schleswig-Holstein sowie nach Dänemark soll heute Mittag wieder anlaufen. Die Fähren zu den Halligen fuhren gestern nicht, Föhr und Amrum waren nur vormittags zu erreichen.

Recht glimpflich kamen auch die Kreise Ostholstein und Plön davon. Die schwersten Zwischenfälle verzeichnete die Polizei auf der Fehmarnsundbrücke, wo es zu drei Unfällen kam. Dabei sorgte ein Lastwagen, der bereits Donnerstagnacht gegen 21.45 Uhr umkippte, für eine Vollsperrung der Brücke. Unverletzt kamen die Insassen eines Reisebusses davon, der ebenfalls in den Unfall verwickelt war und am Heck beschädigt wurde. Gestern war noch nicht klar, wann der Lkw geborgen werden kann, da anhaltende Windböen eine Bergung nicht zuließen. Die Folge: Schon am frühen Nachmittag stauten sich 300 Laster in Fahrtrichtung Norden von der Anschlussstelle Heiligenhafen bis zur Rampe der Fehmarnsundbrücke.

Insgesamt verzeichnete die Polizei in Ostholstein von Donnerstag, 10 Uhr, bis gestern, 6 Uhr, 38 Sturm-Einsätze, meist wegen auf Fahrbahnen gestürzter Bäume. Dabei wurden mehrere geparkte Autos beschädigt. Bereits am Donnerstagabend um 19 Uhr verunglückte ein Lieferwagen auf der Fehmarnsundbrücke und blockierte zeitweise mit dem Heck die Bahngleise. Der Fahrer wurde leicht verletzt. Schließlich fuhr gestern Morgen um 6 Uhr trotz der Sperrung ein polnischer Klein-Lkw auf die Fehmarnsundbrücke und kippte dort ebenfalls um.

Auf ungewöhnlichem Weg fanden die in Niedersachsen gedruckten Exemplare des Fehmarnschen Tageblatts gestern ihren Weg auf die Insel: Die Feuerwehr transportierte sie nach Burg, auf dem Rückweg von einem dringenden Krankentransport aufs Festland. „Unsere Zeitung kam zwar verspätet an, wurde aber dann am Vormittag noch den Lesern zugestellt“, sagte Redaktionsleiter Andreas Höppner. Seiten 6, 9 bis 11

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen