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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 15:15 Uhr

Nord-CDU streitet über Schwarz-Grün

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der schleswig-holsteinische CDU-Bundestagsspitzenkandidat Johann Wadephul hat seine Partei aufgefordert, sich für eine Koalition mit den Grünen zu öffnen. „Wir sollten dieses politische Projekt ernsthaft prüfen“, sagte Wadephul gestern unserer Zeitung. Es gebe genug Übereinstimmungen mit der Ökopartei. „Die Grünen haben sich in der Außenpolitik auf uns zubewegt, wir uns in der Innenpolitik auf die Grünen“, meinte der Rendsburger Bundestagsabgeordnete. Zentrale gemeinsame Vorhaben könnten die Energiewende sein oder
eine generationengerechte Alterssicherung. Erleichtert werde ein schwarz-grünes Bündnis zudem durch den gestrigen Rücktritt des Grünen-Fraktionschefs Jürgen Trittin: „Die Grünen haben sich durch den Wechsel an der Führungsspitze koalitionsfähig gemacht“, sagte Wadephul. Fast das gesamte grüne Spitzenpersonal tritt nach der Wahlschlappe vom Sonntag ab.

Dagegen setzt der gestern wiedergewählte schleswig-holsteinische CDU-Landesgruppenchef im Bundestag, Ole Schröder, nicht auf eine Koalition mit den Grünen: „Ich gehe davon aus, dass es zu einer großen Koalition kommt“, sagte er. Eine klare Absage erteilte der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer einer schwarz-grünen Koalition.

Auch die Grünen im Norden sind skeptisch. So betonten die Kieler Spitzenkandidatin Luise Amtsberg und der für den neuen Fraktionsvorstand gehandelte Möllner Konstantin von Notz zwar, dass die Grünen „eigenständiger werden“ müssten und sich von der Bindung an die SPD lösen sollten. Dennoch sagten beide, dass das schwache Wahlergebnis von 8,4 Prozent alles andere als ein Regierungsauftrag an die Grünen sei. „Im Gegenteil“, sagte Amtsberg: „Damit sind wir in die Schranken gewiesen worden.“

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erstellt am 25.Sep.2013 | 00:36 Uhr

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