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Ostholsteiner Anzeiger

21. August 2017 | 01:23 Uhr

Nöh-Schüren gründet neue Fraktion

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Gemeindevertreterin schließt sich mit der Nachrückerin für die Grünen, Karin Janusch, zu den „Bürger-innen für Malente“ zusammen

Im Kampf um politischen Einfluss in Malente scheint die ehemalige Grünen-Fraktionschefin Dagmar Nöh-Schüren wieder obenauf zu sein. Sie übernimmt den Vorsitz einer neuen Fraktion mit dem Namen „Bürger-innen für Malente“, die sie mit der nachrückenden Gemeindevertreterin Karin Janusch (57) gegründet hat. Bei der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung am Donnerstag, 16. Juni, müssen deshalb alle Ausschüsse neu besetzt werden.

Unmittelbar nachdem Karin Janusch Mitglied der Grünen-Fraktion geworden war, erklärte sie ihren Austritt und die Gründung einer Fraktion mit Dagmar Nöh-Schüren. Als Motivation für diesen Schritt nannte sie persönliche Gründe. Mit Dagmar Nöh-Schüren verbinde sie eine 30 Jahre währende Freundschaft. Als Gemeindevertreterin wolle sie eine gute Arbeit für Malente machen. Mitglied der Grünen sei sie nicht, sondern parteilos.

Karin Janusch stand auf der Kandidaten-Liste der Malenter Grünen zuletzt an oberster Stelle und rückt deshalb für den ehemaligen Grünen-Fraktionschef Michael Winkel nach. Winkel war im April im Streit mit seiner Vorgängerin an der Fraktionsspitze, Dagmar Nöh-Schüren, zurückgetreten, weil diese zwar aus der Fraktion ausgetreten war, jedoch ihr Mandat als Gemeindevertreterin behalten hatte – und das als Mitglied der Grünen. Winkel befürchtete ständige Auseinandersetzungen zum Schaden von Partei und Fraktion, zog deshalb die Reißleine. Ironie der Geschichte: Mit seinem Rückzug ermöglichte Winkel erst die neue Fraktion.

Die nun noch dreiköpfige Grünen-Fraktion sieht sich durch die neue Wendung in eine schwierige Situation gebracht: „Wir bedauern, dass Frau Nöh-Schüren diesen Weg beschritten hat und als eines der dienstältesten Mitglieder der Malenter Grünen die Daseinsberechtigung der Fraktion der Grünen bewusst infrage stellt“, erklärte Ortsverbandssprecher und Fraktionschef Andreas Endler. „Auf die uns nun gestellte Existenzfrage werden wir in den nächsten Tagen eine Antwort finden müssen“, erklärte er.

Da Dagmar Nöh-Schüren weiterhin Mitglied der Grünen bleibe, schwäche sie durch ihren Entschluss ihre eigene Partei, stifte Verwirrung in der Bevölkerung und Unfrieden in der Gemeindevertretung, sagte Endler weiter. Dennoch wünsche ihr die Grünen-Fraktion zum Wohle der Malenter Bürger Erfolg für ihre kommunalpolitische Arbeit. Die Grünen hatten sich bereits am Dienstag bei einer Ortsverbandssitzung mit der neuen Situation befasst, ohne zu einem abschließenden Ergebnis zu kommen. Bei der Sitzung war Birgit Losert zur Nachfolgerin von Bernhard Kardell als stellvertretende Ortsverbandssprecherin gewählt worden. Kardell hatte sich ebenfalls im Streit mit Dagmar Nöh-Schüren zurückgezogen.

Zunächst hatte es so ausgesehen, als ob Nöh-Schüren als Fraktionslose erheblichen Einfluss verlieren würde. Nun jedoch dürfte ihre neue Fraktion in allen derzeit acht Ausschüssen Anspruch auf einen von jeweils neun Sitzen haben. Die CDU werde dadurch voraussichtlich jeweils einen Sitz verlieren, erklärte Bürgervorsteher Rainer Geerdts (CDU). Neben CDU, SPD, Freien Wählern, Grünen und FDP sind die Bürger-innen für Malente die sechste Fraktion in der Gemeindevertretung.

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erstellt am 03.Jun.2016 | 16:52 Uhr

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