Noch wird verhindert statt entwickelt

emd

shz.de von
12. März 2016, 04:28 Uhr

Wie soll Eutin nach der Stadtentwicklung aussehen? Modern, aber ohne seinen typischen Charme verloren zu haben, barrierefrei und attraktiv für alle Einwohner von jung bis alt. So ließen sich die Ziele von einst auf den Punkt bringen. Dass so eine Veränderung Geld kostet, muss den Stadtvertretern klar gewesen sein. Dass nicht alles bis auf den letzten Cent planbar ist, auch. Die Mehrheit der politisch gewählten Vertreter entschied sich für ein Konzept, in dem sie glaubten, ihre Wünsche beantwortet zu sehen. Es muss ein kurzer, beflügelter Moment gewesen sein, von dem jetzt nahezu nichts mehr übrig ist. Stattdessen wird alles kaputtgeredet. Entwickeln ja, aber es soll sich bitte nichts ändern. „Unser Pflaster ist doch noch gut.“ Solche Äußerungen können nicht ernst gemeint sein von Menschen, die auch noch Stimmrecht haben, über die Zukunft unserer Stadt zu entscheiden. Ein bisschen Barrierefreiheit rechts und links des historischen Pflasters ist eben keine Barrierefreiheit im eigentlichen Sinn. Etwas Neues zu wagen, braucht Mut. Zwar wird in den Ausschüssen gesagt „Wir bauen das für die heutige Jugend“ – aber sind wir einmal ehrlich: Würde dies auch gelebt, würden die alten Entscheider von heute sich nicht so krampfhaft dagegen wehren, den morbiden Charme loszuwerden. Spätestens bis zur Sitzung der Stadtvertretung müssen sich die Gewählten klar darüber sein, ob sie Eutin fit machen wollen für die Zukunft oder ob alles bleiben soll, wie es ist.

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