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Ostholsteiner Anzeiger

24. November 2017 | 16:17 Uhr

Noch kein prima Fahrrad-Klima

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eutin liegt beim Fahrradklima-Test weiter auf einem der hinteren Plätze / Fahrrad-Initiative hofft nun auf Weichenstellungen der Politik

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2017 | 00:11 Uhr

Die Initiative Fahrradfreundliches Eutin sieht noch viel Verbesserungsbedarf für den Radverkehr in Eutin. Das habe das Abschneiden der Kreisstadt im aktuellen Fahrrad-Klimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) gezeigt, erklärte Jens Rose-Zeuner, Sprecher der Initiative. „Die Umfrage bestätigt, dass Eutin großen Nachholbedarf bei der Gestaltung der Verkehrsinfrastruktur für Radfahrer hat“, sagte er. Mit der Schulnote 4,38 sei Eutin auf Platz 346 von 364 gelandet und belege damit erneut einen der letzten Plätze in der Kategorie „Städte bis 50  000 Einwohner“.

Nur in dieser Kategorie fänden sich auch Orte, die mit der Note „2“ oder gar besser abschnitten. „Das zeigt, dass es besonders in Kleinstädten besser und leichter möglich ist, für einen guten und sicheren Radverkehr zu sorgen als in größeren Städten“, erklärte Rose-Zeuner. Als beste Stadt habe das nordrhein-westfälische Reken abgeschnitten, das mit 14  500 Einwohnern zwar durchaus vergleichbar sei mit Eutin, aber mit Note 1,86 um zweieinhalb Schulnoten besser abgeschnitten habe.

Das Interesse am Fahrradklima-Test steige auch in Eutin kontinuierlich. Diesmal seien es 146 Teilnehmer gewesen, was gemessen an der Bevölkerung dem zweithöchsten Anteil in Schleswig-Holstein entspreche. 2014 seien es noch 120 Teilnehmer gewesen und 2012 bei der ersten Teilnahme 60. Bundesweit hätten in der 2016 erhobenen Umfrage mehr als 120  000 Teilnehmer die Situation für Radfahrer in 539 Städten bewertet.

Rose-Zeuner erinnerte an das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Igek), mit dem sich Eutin bereits 2012 vorgenommen habe, die Defizite für Radfahrer und Fußgänger zu beheben und stärker in deren Wege zu investieren. Und Bürgermeister Carsten Behnk habe Ende 2016 das Ziel ausgegeben, dass Eutin bei der ADFC-Umfrage 2018 in die Kategorie „Aufsteiger des Jahres“ gelange, um bei der Prämierung im Bundesverkehrsministerium Aufmerksamkeit zu erlangen, das Radfahren zu einer attraktiven Mobilitätsoption zu machen und eine größere Zufriedenheit bei den Bürgern zu erreichen.

Immerhin sehen die Fahrradfreunde kleine Fortschritte: Erste Einbahnstraßen seien für Radler in Gegenrichtung geöffnet, kleinere bauliche Veränderungen vorgenommen sowie Verkehrszeichen und bauliche Hindernisse überprüft worden. Eine verbesserte Radverkehrsführung an Baustellen bilde sich im aktuellen Umfrage-Ergebnis aber noch nicht ab, weil auch hier noch Optimierungsbedarf bestehe.

Weitere Fortschritte für den Radverkehr lägen nun in auch der Hand des Stadtentwicklungsausschusses, der als nächstes über das vorliegende Radverkehrskonzept berate. „Spannend wird vor allem die Frage, welches Budget die Stadtvertretung für diese Entwicklung jährlich bereitstellt“, sagte Jens Rose-Zeuner. Laut ADFC stellten schlechte Städte etwa 7 Euro pro Einwohner für Radverkehrsinfrastruktur ins Investitionsbudget, gute Städte und Aufholer etwa 25 Euro. Die Stadtvertretung habe nun die Chance, Eutin gemeinsam mit Verwaltung und Bürgern von einer abgehängten Stadt zum Aufsteiger zu machen.

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