Eutin : Noch ein Klimmzug für Bildungszentrum

Stadtvertreter wollen Verkehrsanbindung an Westtangente geprüft sehen

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13. April 2013, 08:14 Uhr

Eutin | Der Ausschuss für Stadtentwicklung räumt dem Projekt eines Umwelt-Bildungszentrums in Eutin noch eine Chance ein. Obwohl es aus städtischer Sicht für die bisher diskutierten Standorte viele negative Vorzeichen gibt, soll die Verwaltung jetzt die mögliche Verkehrserschließung für zwei potenzielle Bauplätze an der Westtangente untersuchen.

Für diesen Prüfauftrag stimmten fünf Vertreter von CDU, FDP und FWE, dagegen waren die zwei SPD-Mitglieder im Ausschuss. Sie hatten zuvor als einzige den Antrag des nicht stimmberechtigten Grünen-Sprechers Jörg Sommerfeld befürwortet, wonach die Stadt weder weitere Arbeit noch ein Grundstück für das Projekt des Vereins "Natur erleben" (Erna) einsetzen solle.

Diesen Schlussstrich, den die Grünen mit dem Vorrang für mehr Kooperation in der Umweltpädagogik und den begrenzten Mitteln der Stadt begründet hatten (der OHA berichtete), wollten CDU, FDP und FWE aber noch nicht ziehen. "Wir wollen das Zentrum", betonte vielmehr Heinz Lange (FWE). Und wo ein politischer Wille sei, das finde sich auch ein Weg - selbst wenn die Verkehrsanbindung der vom Verein bevorzugten Standorte nahe der Tennishalle derzeit noch problematisch erscheine.

Auf vorsichtige Fragen der CDU-Sprecherin Elgin Lohse, ob das mit 1,8 Millionen Euro Investitionskosten kalkulierte Bildungszentrum "nicht eine Nummer kleiner geht", schüttelte Dr. Werner Sach, Vorsitzender des Vereins Erna, entschieden den Kopf. Der Verein habe das Projekt seit Jahren gründlich durchdacht, ein wirtschaftliches Risiko für die Stadt erwachse daraus nicht.

Davon zeigte sich Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz aber noch nicht überzeugt. "Wir muten finanziell hier möglicherweise einem ehrenamtlichen Träger sehr viel zu. Wir sollten uns fragen, ob es für das zweifellos gute Anliegen des Vereins nicht bessere Lösungen anstelle eines teuren Neubaus gibt?" Er wehrte sich zudem gegen den öffentlich vermittelten Eindruck, die Stadt habe die Entscheidungsfindung in dieser Sache auf die lange Bank geschoben. Bauamtsleiter Bernd Rubelt wies darauf hin, dass die vom Verein gewünschte Ansiedlung des Zentrums an der Westtangente bei der Landesplanung kaum auf Gegenliebe stoßen werde. Auch in der Stadt seien Standorte denkbar.

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