Bosauer Bürgermeisterwahl : Nicht mehr Plön "hinterherhecheln"

CDU-Ortsverband hält weiter an Bürgermeister-Wahl noch in diesem Jahr fest und will den Antrag in der Gemeindevertretung stellen.

Avatar_shz von
09. März 2012, 11:52 Uhr

Hutzfeld | In der Gemeinde Bosau stehen in den nächsten Wochen wichtige Entscheidungen an: Wer übernimmt die Verwaltung der Gemeinde und soll ein hauptamtlicher Bürgermeister gewählt werden? Die CDU möchte eigentlich alles beim Alten belassen: die Gemeinde behält mit einem wiedergewählten Mario Schmidt als hauptamtlicher Bürgermeister für die Gemeinde die Geschäftsführung des Amtes Großer Plöner See - und übernimmt am liebsten auch noch die Verwaltung der Stadt Plön.

Bei einer von etwa 40 Mitgliedern und Gästen besuchten Diskussionsveranstaltung allerdings nahm die CDU-Führungsriege den Wunsch der meisten Anwesenden mit, die Gemeinde Bosau lieber in Richtung Eutin als nach Plön auszurichten. "Die Kreisstadt Plön wird sich nie vom Amt verwalten lassen", entwickelte Ulf Witt Verständnis für die Nachbarstadt. Diesem Wunsch sollte man aus Bosau nicht mehr "hinterherhecheln". Alfred Jeske unterstützte Ulf Witt: "Die komplette Ausrichtung Bosaus in Richtung Eutin wäre der vernünftigste Weg."
Bosau wäre vier bis fünf Jahre "ohne vernünftige Führung"

"Wir wollen selbst entscheiden, wer uns verwaltet", sagte Eberhard Rauch zur erwarteten Entscheidung des Innenministers für eine Verwaltungsgemeinschaft von Amt und Stadt. Er sieht nach der Entscheidung einen Klageweg auf das Amt und die Gemeinde Bosau zukommen. Rauch: "Die Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht dauert sehr lange." Alfred Jeske rechnet sogar mit vier bis fünf Jahre, in denen das Amt "ohne vernünftige Führung wäre".

Deshalb will die CDU - quasi als Vorbereitung für eine Klage - in der nächsten Gemeindevertretung den Antrag auf eine schnelle Bürgermeisterwahl stellen, damit das Amt weiterhin von Bosau geschäftsführend verwaltet werden kann. Auf die Empfehlung von Landrat Reinhard Sager als Kommunalaufsicht zur Einhaltung der Grundsätze von Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit konterte Alfred Jeske kämpferisch: "Uns kann keiner verbieten, einen hauptamtlichen Bürgermeister zu wählen."
Ein ehrenamtlicher Bürgermeister koste monatlich 1300 Euro

Bürgermeister Mario Schmidt hält nach seinen eigenen Worten zur Gemeinde Bosau und zum Amt: "Ich habe heute gerade eine Anfrage aus einer anderen Gemeinde abgelehnt, ob ich dort als hauptamtlicher Bürgermeister kandidieren würde." Sollte sich das Innenministerium durchsetzen würde er mit 53 Jahren in den Ruhestand gehen und die Gemeindekasse mit seinen Pensionszahlungen belasten.

Ein dann einzusetzender ehrenamtlicher Bürgermeister koste monatlich rund 1300 Euro Aufwandsentschädigung. Bei den am Montag anstehenden Verhandlungen mit Plön unter der Moderation von Landrätin Stephanie Ladwig werde das Amt einen zentralen Ansprechpartner für Amtsangelegenheiten bei der Stadt fordern. Schmidt: "Auch der kostet viel Geld." Am Ende bleibe nicht viel übrig im Vergleich zu seiner Weiterbeschäftigung als hauptamtlicher Bürgermeister. Und als Verwaltungsspezialist habe er bereits viel Geld aus Fördertöpfen für die Gemeinde Bosau gewonnen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen