zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

17. Oktober 2017 | 03:09 Uhr

Nicht immer auf die Schwachen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2015 | 12:29 Uhr

Es gibt zum Glück zahlreiche Menschen in unserer Stadt, die sich für Flüchtlinge engagieren, ihnen das Ankommen erleichtern wollen. Doch im Schatten ihrer Bemühungen tauchen immer wieder rechte Schmierereien auf. Gestern Morgen war die Stadtreinigung glücklicherweise schnell genug, um „No Asyl“ von der Turnhalle der Weber-Schule zu entfernen, bevor es alle sehen, die zur Schule, Sparkasse oder in die Stadt gehen. Wie willkommen würden wir uns fühlen, wenn wir – hinein versetzt in die Situation der Fremden – an einer Not-Herberge ankommen, die uns so offensichtlich nicht willkommen heißt. Unsicherheiten und Skepsis vor fremden Kulturen kann ich verstehen. Eine eigene Meinung bilden kann sich jedoch nur der, der sich auch dem Thema öffnet, sich verdeutlicht, dass ein Geburtsland nichts mit der eigenen Leistung zu tun hat und den Kontakt zu den neuen Menschen sucht, um die individuellen Schicksale in der großen Masse der Flüchtlinge zu erkennen. Überforderte Mitbürger dürfen nicht vergessen, wem ihr eigentlicher Groll gelten sollte: den Politikern, die bisher in Flüchtlingsfragen versagt haben. Wer es derzeit abbekommt, sind wie immer die Schwachen. Das ist ungerecht. Constanze Emde

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen