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Verwaltungsstrukturreform : „Neustart“ in Plön

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

In der Kämmerei des Amtes Großer Plöner See werden die Bleistifte gespitzt

von
erstellt am 13.Dez.2013 | 05:00 Uhr

In den Büros der Stadtverwaltung türmen sich die Umzugkartons. Ab 1. Januar wird von dort aus die Verwaltung der Gemeinden Ascheberg und Bösdorf übernommen. Bis jetzt läuft alles reibungslos, freut sich Bürgermeister Jens Paustian.

Ascheberg und Bösdorf scheiden auf eigenen Wunsch zum Jahresende aus dem Amt Großer Plöner See aus, weil für sie die Verwaltung durch die Stadt günstiger zu haben ist. Einsparpotential: mehrere 10 000 Euro. Ascheberg und Bösdorf hinterlassen mit einem Anteil von 47 Prozent aber auch eine große finanzielle Lücke im Amt.

Bis auf die Vermögensaus-einandersetzung um das Verwaltungsgebäude ist alles in trockenen Tüchern. Von neun freiwillig zur Stadt wechselnden Mitarbeitern gehen zwei zum Jahreswechsel in Altersteilzeit und eine warte beim Amt auf die in einem halben Jahr beginnende Freistellungsphase. Am Ende kommen sechs Mitarbeiter zur Stadt.

Das verbleibende Amt, so vermuten Insider, wird es allerdings schwer haben, finanziell über die Runden zu kommen. Amtsvorsteher Gerold Fahrenkrog blickt dennoch optimistisch in die Zukunft: „In der Kämmerei des Amtes wird derzeit ordentlich gerechnet.“ Mit dem Weggang von Ascheberg und Bösdorf verliere das Amt Geld und der Kuchen für die verbleibenden Gemeinden werde kleiner.

Dann die Überraschung: Fahrenkrog rechnet selbst damit, dass die Amtsumlage sogar sinkt. Zur Finanzierung des Geschäftsführenden Bürgermeisters Mario Schmidt werde eine Sonderumlage erhoben. Die Gemeinde Bosau allein zahlt 50 Prozent, den Rest teilen sich die im Amt verbleibenden Gemeinden. „Es muss wohl auch über diese Regelung gesprochen werden“, sagte Fahrenkrog. Die verbleibenden Gemeinden müssten überlebensfähig bleiben.

Bosaus stellvertretende Bürgermeisterin Birgit Steingräber-Klinke wollte Fahrenkrog eine Senkung der Amtsumlage allerdings nicht abnehmen: „Wir wollen 2014 erst einmal abwarten – mit weniger und vielleicht auch neuen Aufgaben.“ Die Gemeinde Bosau sei selbst finanziell nicht gut gestellt.

In fünf Jahren müsste ein Schnitt gemacht werden, sagte Fahrenkrog. Es müsse entschieden werden, ob das Amt danach mit einem Leitenden Verwaltungsbeamten weiter mache. In fünf Jahren endet die Amtszeit und zugleich die selbstgewählte Lebensarbeitszeit von Mario Schmidt. Ob dann die restlichen Gemeinden des Amtes zur Stadt wechseln, ließ Fahrenkrog zumindest offen. Birgit Steingräber Klinke wollte abwarten, wie es Ascheberg und Bösdorf bei der Stadt Plön ergehe. Bürgermeister Jens Paustian versprach: „Die Stadt Plön hat weitere Kapazitäten frei.“

 

 

 

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