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Schönwalde am Bungsberg : Neugierig sind Mensch und Tier

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Tiergestützte Pädagogik mit Lamas und Kaninchen ist ein neues Projekt speziell für Mädchen im Gisela-Stadie-Haus Schönwalde.

Tiere finden nichts und niemanden „blöde“ und gehen auf ihr Gegenüber unvoreingenommen zu. Diese Eigenschaft macht sich das Projekt „Tiere brauchen keine Sprache“ zu Nutze. Es startete Montag als erstes Angebot tiergestützter Pädagogik speziell für Mädchen im Gisela-Stadie-Haus auf dem Pfarrhof Schönwalde.

Diplompädagogin Ines Schneider und Johanna Hippauf, die ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr am Bungsberg absolviert, bringen bis August jede Woche zehn Mädchen mit Lamas und Kaninchen in Kontakt. Im Kern des pädagogischen Konzeptes steht für die Kinder die Erfahrung, dass jedes Wesen einzigartig und mit seinen individuellen Eigenschaften etwas Besonderes ist.

Schon am ersten Tag war allen Mädchen klar, was ein Kaninchen von einem Lama unterscheidet. Genauso schnell stellten sie fest, dass die Lamas ebenfalls mehr unterscheidet als die Farbe des Fells. „Harry“, der Chef der Herde mit den gebogenen „Bananenohren“, die unter Menschen wohl zu Hänseleien führen würden, geht nicht als erster auf den bunten und lauten Haufen zu, der da auf „seiner“ Koppel steht. Dafür kommt „Annie“ sofort, um alle ausgiebig zu beschnuppern. Sie hat offenbar keine Vorurteile gegenüber den Fremden. Neugier und Neutralität bestimmen ihr Handeln, in dem sie aber auch ganz selbstbestimmt agiert.

Kommt ihr ein Kind zu schnell zu nahe, gibt es eine Reaktion, die jedes der Mädchen sofort wahrnimmt und ganz instinktiv richtig reagiert. So ist sich Ines Schneider auch sicher, dass bis zum Ende des Kurses kein Lama spucken wird.

Ob die spontanen Sympathien der Kinder, von denen jedes bereits festgelegt hat, welches Lama es in den nächsten Wochen führen wird, auch von den Vierbeinern erwidert werden, wird sich zeigen. Ganz ohne Sprache und mit den Tieren als Spiegel ihres Verhaltens sollen die Mädchen positive Beziehungen zu den Lamas und Kaninchen aufbauen. Das große Abenteuer, auf das alles hinausläuft, sind Ausflüge in die nähere Umgebung. Auf dem Weg dahin werden Themen wie die Ernährung oder Körperpflege behandelt und die unterschiedlichen Bedürfnisse und Vorlieben nicht nur der Tiere herausgearbeitet.

In der Gruppe, die aus je fünf Kindern aus Flüchtlingsfamilien und deutschen Familien besteht, werden auch die unterschiedliche Herkunft und damit verbundene Traditionen thematisiert. Beim Malen, Basteln oder dem Bau von Hindernissen für den Kaninchensport treten die individuellen Fähigkeiten und Interessen der Einzelnen ans Licht.

Bei allem wollen Ines Schneider und Johanna Hippauf die vielfältigen Möglichkeiten des Naturerlebnisraumes nutzen. Das Angebot richtet sich gezielt an Mädchen, da die Integration von Jungen über den Sport sehr gut funktioniere, für Mädchen aber wenig Alternativen bestünden.

Die Kosten des Projektes, zu dem auch ein Fest für die Familien und Freunde gehört, trägt zu drei Vierteln der Flüchtlingsfonds des Kirchenkreises Ostholstein. Den Rest übernimmt die Evangelische Kirchengemeinde Schönwalde.




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erstellt am 15.Apr.2016 | 11:17 Uhr

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