Neues Storchennest

Gemeinsam für den Storch: Petra Griep mit Dietrich Wagner (li.) und Olaf Jennrich vor dem frisch befestigten Nest.
Gemeinsam für den Storch: Petra Griep mit Dietrich Wagner (li.) und Olaf Jennrich vor dem frisch befestigten Nest.

Neversfelde hofft, dass sich Meister Adebar auf altem Strommast niederlässt

shz.de von
09. Mai 2018, 12:41 Uhr

Es ist 13 Meter hoch, frisch gebaut und bietet eine hervorragende Aussicht: Ein Storchennest thront seit Mittwoch auf einem ehemaligen Strommast am Neversfelder Ortsrand. Petra Griep, zweite Vorsitzende des Verschönerungsvereins Neversfelde, kümmerte sich wagemutig um die Ausstattung der neuen Storchenwohnung. Begleitet von einem Arbeiter ließ sie sich per Hubsteiger in die Höhe fahren, um das Nest herzurichten. „Ich mache nur Weide und Birkenreisig rein, damit das Wasser ablaufen kann“, erklärte sie zuvor. Zum Schluss besprenkelte sie den Horst noch mit Mörtel. „Damit soll man den Vogelkot imitieren, damit der Storch denkt, das Nest sei bereits in Benutzung gewesen.“

Die Idee, den Strommast umzufunktionieren, hatte ihr Mann Mario, als er beruflich im „Storchendorf“ Bergenhusen (Kreis Schleswig-Flensburg) unterwegs war. Petra Griep setzte sich daraufhin mit der Schleswig-Holstein Netz AG (SH Netz) in Verbindung und fragte den Eigentümer der auf dem Flurstück „Steenrade“ gelegenen Wiese, Philipp von Schöning. Der habe sofort zugesagt, berichtete sie. Gestern vertrat ihn sein Vater Dr. Dietrich Wagner aus Timmdorf.

Auch SH Netz machte mit. „Wir betreiben Vogelschutz“, erklärte Olaf Jennrich, Projektleiter bei dem Stromversorger. Der Betonmast in Neversfelde war bis Herbst 2017 Bestandteil einer Mittelspannungsleitung (11 kV), die nun unterirdisch verläuft. Im Auftrag von SH Netz baute eine Firma aus Bremervörde den Mast so um, dass er den vom Stromversorger gestellten Weidenkorb tragen kann. Mitarbeiter der Firma befestigten den Korb mit wetterfesten Kabelbindern und Schrauben sicher auf einer Holzplattform.

Für dieses Jahr komme der neue Horst wohl zu spät, vermutet Petra Griep. Am fehlenden Nahrungsangebot soll es jedenfalls nicht liegen. „Wir haben hier viele Frösche.“ Mit der Neversfelder Au und vielen Teichen gebe es mehrere Gewässer. Sobald Meister Adebar sich blicken lässt, wird es Petra Griep vermutlich schnell mitbekommen. Denn von ihrer Terrasse aus hat sie das Nest gut im Blick.

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